Giovanni Battista Pergolesi

Stabat Mater for Soprano, Alto and Organ manual

Arranged Organ part by Jan Devlieger

Verlag/Label: edition offenburg PG 3205
erschienen in: organ - Journal für die Orgel 2021/01 , Seite 57

"Pergolesis 'Stabat Mater' [...] zählt bis heute aufgrund seiner kompositorischen Prägnanz, seines expressiven Stils und der verhältnismäßig kleinen Besetzung zu den meist­ aufgeführten und beliebtesten Passionswerken. So wird mancher von den Corona-Einschränkungen geplagte Kirchenmusiker dankbar zu der vorliegenden Bearbeitung greifen, um mit seiner neu gewonnenen Spontanplanung eine nicht allzu kostspielige Passionsandacht kurzfristig anzuberaumen, die mit drei Mitwirkenden auch in den klein­­s­ten Kirchenräumen unter Einhaltung der Abstandsregeln aufgeführt werden kann." (Josef Miltschitzky)

Gio­van­ni Bat­tista Per­gole­sis Sta­bat Mater, welch­es der an Tuberku­lose erkrank­te Kom­pon­ist nach leg­en­den­haften Erzäh­lun­gen kurz vor seinem allzu frühen Tod noch skizzen­haft aufnotieren kon­nte, zählt bis heute auf­grund sein­er kom­pos­i­torischen Präg­nanz, seines expres­siv­en Stils und der ver­hält­nis­mäßig kleinen Beset­zung zu den meist­aufgeführten und beliebtesten Pas­sion­swerken. So wird manch­er von den Coro­na-Ein­schränkun­gen geplagte Kirchen­musik­er dankbar zu der vor­liegen­den Bear­beitung greifen, um mit sein­er neu gewonnenen Spon­tan­pla­nung eine nicht allzu kost­spielige Pas­sion­san­dacht kurzfristig anzu­ber­au­men, die mit drei Mitwirk­enden auch in den klein­­s­ten Kirchen­räu­men unter Ein­hal­tung der Abstand­sregeln aufge­führt wer­den kann.
Der Her­aus­ge­ber Jan Devlieger hat aus dem ursprünglichen Stre­icherquar­tett mit Gen­er­al­bass einen ein­fachen, weit­ge­hend pri­mav­ista spiel­baren Satz erstellt, der schon auf einem ein­man­u­ali­gen Pos­i­tiv (mit dem Ambi­tus D–c3) gut spiel­bar ist, im 2. Satz („Cuius ani­mam gementem“) aber dann wegen der Über­tra­gung der har­moni­estützen­den Vio­la doch Dez­i­men­griffe erforder­lich macht. Die Mehrzahl der Sätze ist aber auch mehrman­u­alig real­isier­bar, so dass eine orches­tralere Gesamtwirkung erzielt wer­den kann. Der neue Orgel­part hält sich eng an die instru­men­tal­en Vor­la­gen, reduziert jedoch im Presto assai von Nr. 8 („Fac, ut ardeat“) und bei Nr. 12 („Amen“) die aus einem abge­druck­ten Fak­sim­i­le ersichtliche Nota­tion des sti­lo anti­co auf den heute gebräuch­licheren hal­ben Noten­wert. Das außeror­dentlich über­sichtliche Noten­bild verzichtet auf die bemerkenswert dif­feren­zierten artiku­la­torischen und dynamis­chen Angaben Per­gole­sis und nach­fol­gen­der Her­aus­ge­ber und über­lässt sie ganz der inter­pre­ta­torischen Intu­ition der Aus­führen­den. Dies ist wohl möglicher­weise etwas zu kurz gedacht, denn so wer­den manche mitwirk­enden VokalsolistIn­nen möglicher­weise eine andere im Han­del ver­füg­bare Edi­tion bevorzu­gen. Ohne die Über­sichtlichkeit des Druck­bildes zu gefährden, wären einige wesentliche artiku­la­torische Angaben zumin­d­est in den ersten Tak­ten wün­schenswert gewesen.
Der Edi­tion sind in nachah­menswert­er Weise außer­dem mehrere Einzel­seit­en für Wen­destellen beige­fügt, welche die Autonomie des Orgel­spie­len­den erhöhen und dankenswert­er­weise die zwar gerne geflissentlich „vergesse­nen“, gle­ich­wohl aber geset­zlich erforder­lichen Nach­fra­gen beim Ver­lag für die Anfer­ti­gung autorisiert­er Wen­de­seit­en erübri­gen. Das dreis­prachige Vor­wort informiert sum­marisch über die Entste­hungs- und Rezep­tion­s­geschichte des Werks sowie über die hin­ter der Edi­tion ste­hen­den Über­legun­gen des Bear­beit­ers. Eine unge­mein prax­is­na­he Edi­tion, die in Zeit­en schrumpfend­er kirchen­musikalis­ch­er Bud­gets eine bre­ite Ver­bre­itung find­en wird.

Josef Miltschitzky