25. September 2018

News

Mit der Ein­wei­hung der „Bach-Orgeln“ und ein­er neuen Bach-Ausstel­lung im Schloss­mu­se­um ent­führt der Erleb­nisort „Bach in Arn­stadt“ bald in das Leben Johann Sebas­t­ian Bachs in der baro­cken Res­i­den­zs­tadt. Die „Bach-Orgeln“ sind zwei von ins­ge­samt zwölf Sta­tio­nen, die pünk­tlich zum touris­tis­chen The­men­jahr „Musik­land Thürin­gen 2020“ im ganzen Freis­taat Thürin­gen erklin­gen. Das Pro­jekt hat sich zum Ziel geset­zt, das Leben Bachs und seine Musik durch mul­ti­me­di­ale Erleb­nis­sta­tio­nen bess­er greif­bar zu machen. Die „Bach-Orgeln“, die an ins­ge­samt zwölf ver­schiede­nen Orten zu find­en sind, erin­nern nicht nur optisch an eine Orgel. Wie beim großen Vor­bild muss Energie durch das Treten eines Ped­als selb­st erzeugt wer­den – der Besuch­er wird als „Bäl­ge­treter“ aktiv und mit Bachs Musik belohnt. Zusät­zlich erhält er Infor­ma­tio­nen zum Leben und Wirken des Kom­pon­is­ten. Neben Arn­stadt gibt es zehn weit­ere frei zugängliche Orgeln in Eise­nach, Mühlhausen, Ohrdruf, Wech­mar, Weimar und Altenburg.

 

BTHVN 2020: Im Rah­men der Beethoven-Jubiläum­sak­tiv­itäten der Hochschule für Musik Det­mold wird am 18. April 2020 im Konz­erthaus Det­mold der Beethoven-Stumm­film von Otto Löwen­stein aus dem Jahr 1927 präsen­tiert und an der großen Klais-Orgel durch den Organ­is­ten und Hochschul­pro­fes­sor Tomasz Adam Nowak impro­visierend begleit­et. Auch heute noch zieht einen der Film von Hans Otto Löwen­stein, der das Leben Lud­wig van Beethovens von sein­er Kind­heit in Bonn über seine großen Erfolge als Kom­pon­ist bis hin zu seinem tragis­chen Ende nachze­ich­net, von der ersten Minute an in den Bann. Zum 250. Geburt­stag erst­mals dig­i­tal­isiert, wird er auf der großen Lein­wand im Konz­erthaus der Hochschule präsen­tiert und – wie sein­erzeit bei Stumm­fil­men üblich – an der Orgel impro­visierend begleit­et.

 

Das gesamte Orgel­w­erk Louis Viernes (1870– 1937) wird 2020, aus Anlass des 150. Geburt­s­jahrs des großen Notre-Dame-Organ­is­ten und Kom­pon­is­ten, in der Trie­rer Kon­stan­tin-Basi­li­ka und im Tri­er­er Dom zu hören sein: sowohl im Rah­men der Inter­na­tionalen Orgelt­age im Trie­rer Dom 2020 (Mai bis Juni) als auch in der Rei­he „Musik aus dem Schwal­bennest 2020“. Bei den Inter­na­tionalen Orgelt­a­gen zu Gast sind Pier Dami­ano Peretti (Wien), Paul Breisch (Organ­iste tit­u­laire de la cathé­drale de Lux­em­bourg) und Peter Rottmann (Mün­ner­stadt).

 

Christoph Schoen­er, langjähriger Kirchen­musikdi­rek­tor am Ham­burg­er Michel, wird am 1. Jan­u­ar 2020 ver­ab­schiedet. 1953 in Hei­del­berg geboren, studierte er in Freiburg, Paris und Ams­ter­dam bei Lud­wig Doerr, Gas­ton Litaize und Ewald Kooiman mit abschließen­dem Solis­tendiplom der Musikhochschule Freiburg. Nach langjähriger Tätigkeit als Kan­tor und Organ­ist in Lev­erkusen und als Lan­deskirchen­musikdi­rek­tor der Evan­ge­lis­chen Kirche im Rhein­land wurde er 1998 als Kirchen­musikdi­rek­tor an die Ham­burg­er Haup­tkirche St. Michaelis berufen. Dort grün­dete er den Chor St. Michaelis, mit dem er bere­its im ersten Jahr seines Beste­hens alle großen ora­torischen Werke J. S. Bachs auf­führte. Neben sein­er kirchen­musikalis­chen Tätigkeit unter­richtete Christoph Schoen­er über zwanzig Jahre kün­st­lerisches Orgel­spiel an Musikhochschulen in Freiburg, Hei­del­berg, Düs­sel­dorf und Leipzig. 2018 wurde er durch den Sen­at der Freien und Hans­es­tadt Ham­burg zum Pro­fes­sor ernan­nt. (Foto: Michael Zapf)

 

Als ihren jüng­sten Pro­fes­sor hat die Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar den Organ­is­ten Mar­tin Sturm berufen. Er unter­richtet seit Okto­ber 2019 als Pro­fes­sor für Orgel und Orge­limpro­vi­sa­tion am Insti­tut für Musikpäda­gogik und Kirchen­musik in der Nach­folge von Michael Kap­sner. Der 1992 geborene Sturm studierte als Stipen­di­at der Stu­di­en­s­tiftung des Deutschen Volkes Kirchen­musik (A-Exa­m­en) und Orgel an der Hochschule für Musik Würzburg bei Christoph Bossert. Anschließend absolvierte er von 2017 bis 2019 ein Meis­terk­lassen­studi­um an der Leipziger Musikhochschule bei Mar­tin Schmed­ing und Thomas Lennartz. Von 2013 bis 2017 war er stu­den­tis­ch­er Assis­tent für Impro­vi­sa­tion und Litur­gis­ches Orgel­spiel an der Hochschule für Musik Würzburg und in gle­ich­er Funk­tion ab 2018 an der Hochschule für Musik und The­ater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig tätig. Seine inter­na­tionale Konz­ert­tätigkeit als Inter­pret und Impro­visator führte Sturm zu bedeu­ten­den Fes­ti­vals, in Kirchen und Konz­erthäuser. Er ist Preisträger zahlre­ich­er inter­na­tionaler Wet­tbe­werbe. Auch als Kom­pon­ist trat Mar­tin Sturm her­vor. (Foto: Roxi Pop)

 

Zum Tod von Wol­fram Adolph

Wol­fram Adolph, evan­ge­lis­ch­er The­ologe, Musik­wis­senschaftler und langjähriger Her­aus­ge­ber und Autor von Schott Music, ist am 20. März 2019 über­raschend im Alter von 55 Jahren in Saar­brück­en ver­stor­ben.

Adolph war Grün­dung­sher­aus­ge­ber und Chefredak­teur der Zeitschrift organ – Jour­nal für die Orgel. Mit ihm ver­liert der Ver­lag Schott Music einen sym­pa­this­chen, engagierten und über­aus sachkundi­gen Her­aus­ge­ber.

Wol­fram Adolph war ein Lieb­haber vor allem des Franzö­sis­chen: der Musik (beson­ders der­jeni­gen von Louis Vierne), der Orgeln (v. a. Aris­tide Cavail­lé-Coll), nicht zulet­zt der franzö­sis­chen Küche. Die zahlre­ichen Orgel­reisen, die er organ­isierte, führten meist in das west­liche Nach­bar­land, und nicht zufäl­lig lebte er seit dem Jahr 2000 im Saar­land.

Adolph war Ini­tia­tor und langjähriger Pro­jek­tleit­er divers­er Orgelfes­ti­vals (Kul­tur­som­mer Rhein­land-Pfalz, Insti­tut Français in Mainz, Frank­furt u. a.), er begrün­dete die Wormser Domkonz­erte sowie die Inter­na­tionalen Mannheimer Schlosskonz­erte. Er war fern­er Präsi­dent des „Louis-Vierne-Insti­tuts“ (Saarbrücken/Paris) sowie Inhab­er und Kün­st­lerisch­er Leit­er des 1994 gegrün­de­ten Labels IFO clas­sics, auf dem bis heute rund 200 zum Teil preis­gekrönte Titel mit inter­na­tionalen Inter­pretInnen pub­liziert wur­den. Mehrere Werke inter­na­tionaler Kom­pon­is­ten sind ihm per­sön­lich gewid­met. Als Pub­lizist und Ref­er­ent war Wol­fram Adolph im In- und Aus­land gefragt. Er hat­te diverse Lehraufträge inne.

Als neue, unab­hängige und überkon­fes­sionelle Zeitschrift für die Orgel“ hat­te er organ in ihrer ersten Aus­gabe von 1998 vorgestellt. Weltof­fen sollte die Zeitschrift sein und anspruchsvoll in ihren Beiträ­gen, der Auf­machung und dem Infor­ma­tion­s­ge­halt. Wol­fram Adolph hat diesen Anspruch als Her­aus­ge­ber und Autor immer wieder ein­gelöst – wir sind ihm sehr dankbar dafür, dass wir ihn über 20 Jahre lang dabei begleit­en durften.

Wir trauern um einen ganz beson­deren Men­schen.

Schott Music, im März 2019

 

In der Paris­er Pfar­rkirche Saint-Sulpice hat es am Son­ntag, den 17. März 2019, gebran­nt. Wie es zu dem Feuer kam, ist noch unklar, die Behör­den haben Ermit­tlun­gen ein­geleit­et. Mehrere Besuch­er mussten aus dem Gotte­shaus gebracht wer­den, ver­let­zt wurde nie­mand. Nach ein­er Vier­tel­stunde kon­nte der Brand gelöscht wer­den. Laut Feuer­wehr ist der ent­standene Schaden ger­ing, allerd­ings wur­den die Tür und das darüber befind­liche Blei­glas­fen­ster stark beschädigt. In der Kryp­ta ist der Kom­pon­ist und langjährige Organ­ist von St. Sulpice, Charles Marie Widor bestat­tet. Die Kirche beherbergt zwei Orgeln von Aris­tide Cavail­lé-Coll, die zum Glück nicht beschädigt wur­den.

 

Jean Guil­lou ist am 26. Jan­u­ar 2019 im Alter von 88 Jahren in Paris gestor­ben. Olivi­er Mes­si­aen, Mar­cel Dupré und Mau­rice Duru­flé waren seine Lehrer. 1955 erhielt Guil­lou einen Ruf als Pro­fes­sor ans Isti­tu­to de Musi­ca Sacra in Liss­abon. Von 1958 an lebte er in Berlin, bis er 1963 als Tit­u­laror­gan­ist der Paris­er Haup­tkirche St. Eustache nach Frankre­ich zurück­kehrte. Guil­lous tech­nis­che Fer­tigkeit­en sowie sein indi­vidu­elles Ver­ständ­nis für die Impro­vi­sa­tion­skun­st macht­en ihn zu einem der weltweit führen­den Orgelvir­tu­osen, auch als Pianist ern­tete er inter­na­tionale Anerken­nung. Seine exzel­len­ten Ken­nt­nisse der Orgel macht­en ihn darüber hin­aus zu einem gefragten Berater für Orgel­bauer; bekan­nte Instru­mente wie die Orgeln der Ton­halle Zürich und des Audi­to­rio de Tener­ife gehen auf seine Entwürfe zurück. Als Kom­pon­ist hat Guil­lou das Orgel-Reper­toire mit ein­er Vielzahl eigen­er Werke sowie außergewöhn­lich­er Tran­skrip­tio­nen von Orch­ester­w­erken bere­ichert. (Bild: © Schott Music, Mainz)

 

Es ist ein für die Musik­wis­senschaft her­aus­ra­gen­der Fund mit außergewöhn­lichem Umfang: Musik­wis­senschaftler aus dem Cen­tro Stu­di Gia­co­mo Puc­ci­ni in Luc­ca haben zahlre­iche Orgelkom­po­si­tio­nen von Gia­co­mo Puc­ci­ni ent­deckt, zulet­zt 12 bis­lang gän­zlich unbekan­nte Auto­graphe in der Vil­la der Fam­i­lie Puc­ci­ni in Torre del Lago. Der Puc­ci­ni-Experte Vir­gilio Bernar­doni, Pro­fes­sor für Musik­wis­senschaft in Berg­amo, hat jet­zt alle bis zum heuti­gen Tag bekan­nten 57 Orgelkom­po­si­tio­nen von Puc­ci­ni erst­mals in ein­er wis­senschaftlichen Aus­gabe inner­halb der ital­ienis­chen Nation­alaus­gabe vorgelegt. Der bei Carus erschienene Noten­band wurde jet­zt im Rah­men eines wis­senschaftlichen Sym­po­siums mit Fes­tkonz­ert im ital­ienis­chen Reg­gio Emil­ia erst­mals vorgestellt. Damit eröffnet sich der Musik­welt ein Ein­blick in eine bis­lang nahezu unbekan­nte Facette im Œuvre Puc­ci­nis. Die Orgel ist das Instru­ment, mit dem der junge Puc­ci­ni als Musik­er debütierte und an dem er aus­ge­bildet wurde. Im Bild v.l.n.r.: Vir­gilio Bernar­doni, Hans Ryschawy (Carus), Gio­van­ni Godi (Pres­i­dente Fon­dazione Simon­et­ta Puc­ci­ni per Gia­co­mo Puc­ci­ni) und Gabriel­la Bia­gi Raven­ni (Cen­tro Stu­di Gia­co­mo Puc­ci­ni).

 

222 CDs und eine DVD umfasst die gewaltige Bach-Gesam­taus­gabe, die die Deutsche Gram­mophon und Dec­ca in Zusam­me­nar­beit mit dreißig weit­eren Labels sowie dem Bach-Archiv Leipzig im Okto­ber veröf­fentlicht haben. In 280 Stun­den Musik sind mehr als 750 Inter­pre­ten zu hören, zehn Stun­den wur­den für die Mega-Bach-Box eigens neu aufgenom­men, darunter sieben Erstein­spielun­gen. Die Box, die im Jahr von Bachs 333. Geburt­stag erschienen ist und daher den Titel Bach 333 trägt, enthält zudem zwei Bücher und ein dig­i­tales Pro­duk­t­paket.

 

Am 1. Okto­ber 2018 hat Themis, die Ver­trauensstelle gegen sex­uelle Beläs­ti­gung und Gewalt, ihre Arbeit aufgenom­men. Die neu geschaf­fene über­be­triebliche Ver­trauensstelle bietet Beschäftigten aus der Film-, Fernseh- und The­ater­branche, die im Zusam­men­hang mit ihrer beru­flichen Tätigkeit sex­uelle Beläs­ti­gung und Gewalt erfahren haben, einen geschützten Raum, in dem sie sich ein­er Juristin und ein­er Psy­cholo­gin anver­trauen kön­nen. Sie berät Betrof­fene, ver­mit­telt zwis­chen belästigter Per­son und Arbeit­ge­ber und set­zt sich für Präven­tion und Aufk­lärung in den Branchen Film, Fernse­hen, The­ater und Orch­ester ein.