25. September 2018

News

 

Das Refer­at Kirchen­musik des Bis­tums Pas­sau hat anlässlich des Orgel­jahres 2021 eine sieben­teilige Videoserie mit aus­gewählten Orgeln im Bis­tum Pas­sau pro­duziert, die auf seinem YouTube-Kanal veröf­fentlicht wer­den. Die Filme wid­men sich den Orgeln in der Wall­fahrt­skirche Maria Himmelfahrt/Sammarei, in den Pfar­rkirchen Mar­iä Himmelfahrt/ Vorn­bach am Inn, Mater dolorosa/Finsterau, St. Stephan/Malgersdorf, St. Thomas/Aicha a. d. Donau, in der Fil­ialkirche St. Stephan/Bachling und schließlich in der Basi­li­ka St. Anna/Altötting. Ein Aspekt bei der Konzep­tion dir Videoserie war, dass Musik ver­wen­det wurde, die von Kom­pon­is­ten aus dem Bis­tum Pas­sau stam­men oder mit diesem eng ver­bun­den sind bzw. waren.

 

Orgel­musik in Zeit­en von Coro­na ist ein gemein­sames Kom­pendi­um des Deutschen Musikrats, der Deutschen Bischof­skon­ferenz und der Evan­ge­lis­chen Kirche in Deutsch­land, das 17 Neukom­po­si­tio­nen enthält, die im Früh­jahr 2021 kom­poniert wur­den und als kün­st­lerische Reflex­io­nen der Coro­na-Zeit ein vielfältiges Panora­ma an Stim­mungs­bildern bieten. Ziel des Pro­jek­ts ist es, das Musik­leben nach der Krise wieder aktiv zu befördern und die Zuhören­den zu ein­er Auseinan­der­set­zung mit den Pan­demie-Erfahrun­gen anzure­gen. Dazu sollen die Stücke im Herb­st 2021 bun­desweit in Gottes­di­en­sten und Konz­erten erklin­gen. Wenn Sie Teil des Pro­jek­ts wer­den wollen und ein Konz­ert oder eine Andacht mit ein­er oder mehreren der Kom­po­si­tio­nen durch­führen möcht­en, kön­nen sich auf der Pro­jekt-Web­site reg­istri­eren und – bei Durch­führung ein­er Ver­anstal­tung – den Sam­mel­band als Print- oder Onlin­eaus­gabe kosten­frei erhalten.

Zuzana Fer­jenčíková und Chris­t­ian Schmitt treten gemein­sam die Nach­folge von Ben van Oost­en als Orgel­pro­fes­sorIn­nen an der Codarts Uni­ver­si­ty Rot­ter­dam an. – Die Konz­er­tor­gan­istin, Pianistin und Kom­pon­istin Zuzana Fer­jenčíková studierte bei Peter Planyavsky und Jean Guil­lou. Ihr Haupt­in­ter­esse gilt der Musik der Roman­tik des 19. und 20. Jahrhun­derts, ins­beson­dere von Franz Liszt, César Franck, Jean Guil­lou und Mar­cel Dupré. Chris­t­ian Schmitt studierte Orgel mit Daniel Roth, Leo Krämer und James David Christie. Seit 2014 ist er Prin­ci­pal Organ­ist der Bam­berg­er Sym­phoniker. Seine Spezial­ität ist das sym­phonis­che Orgel­reper­toire. 2021/22 ist er „Artist in Fokus“ des Ton­halle Orch­esters Zürich an der neuen Kuhn-Orgel sowie Kura­tor der dor­ti­gen Inter­na­tionalen Orgeltage.

 

favour&flavour heißt eine neue deutsch­landweite Orgelkonz­ertrei­he, die Men­schen die Möglichkeit geben will, durch Orgel­musik und ein zeit­gemäßes Konz­ert­for­mat für kurze Zeit dem bewegten All­t­ag zu ent­fliehen und sich selb­st Zeit zu schenken. Die Rei­he ver­ste­ht sich als Ange­bot für alle Men­schen, die sich immer am Don­ner­stagabend um 21.15 Uhr selb­st beschenken wollen: mit dem gemein­schaftlichen Erleben ein­er hal­ben Stunde live gespiel­ter Musik in einem beein­druck­enden, allein von Kerzen­schein stim­mungsvoll erleuchteten Raum. In ein­er Folge von zunächst fünf Konz­erten wer­den dabei her­aus­ra­gende Instru­mente in ganz Deutsch­land von renom­mierten Organ­is­ten auf sehr per­sön­liche Weise zum Erklin­gen gebracht. Ini­tia­tor der Rei­he ist der Bon­ner Orgel­bauer Philipp Klais, für den damit ein Traum in Erfül­lung geht: „Der Zeit­punkt und die begren­zte Zeit­dauer bei allein kerzen­beleuchteter Kirche lassen die Rei­he favour&flavour zu einem eben­so all­t­agstauglichen wie beza­ubern­den Ange­bot für alle Men­schen, jung und alt, kirchen­nah oder ‑fern, Nach­bar oder Tourist wer­den. Mein Traum ist, dass diese Idee sich langfristig durch­set­zt und zum Erleben von Musik an möglichst vie­len Orten führt.“ Die Rei­he begin­nt am 14. Okto­ber 2021 in München-Sendling, St. Mar­garet (Chris­t­ian Bischof), es fol­gen Konz­erte am 21. Okto­ber in der Mar­tin­skirche in Stuttgart (Leon­hard Völlm), am 28. Okto­ber in Freiburg, St. Mar­tin (s. Bild; Organ­istin: Eiko Maria Yoshimu­ra), am 4. Novem­ber in der Karl­sruher Chris­tuskirche (Carsten Wiebusch) und am 12. Novem­ber in der Schloss- und Uni­ver­sität­skirche in Bonn (Mari Fukumoto).

Coro­na-Krise: Die Pub­lika­tion Grund­la­gen für das Musizieren unter Pan­demiebe­din­gun­gen bün­delt Forschungsergeb­nisse führen­der Forschungsin­sti­tute in Deutsch­land zu diesem The­ma und bietet mit dieser Über­sicht eine Basis für die Erar­beitung von Hygien­ekonzepten sowie eine Grund­lage für kul­tur­poli­tis­che Entschei­dun­gen. Das Grund­la­gen-Papi­er wird laufend aktu­al­isiert und spiegelt den aktuellen wis­senschaftlichen Stand wider.

 

Ein Pro­jekt von Orgel­bau Weimbs in 2021 ist der Orgel­neubau in der Heilig-Geist-Kirche in Hanau. Der Entwurf macht sich das Prinzip des Passep­a­rtouts zu eigen und vari­iert das The­ma: viele Auss­chnitte, die in unter­schiedlichen Län­gen – schein­bar von oben kom­mend – über das Passep­a­rtout laufen, geben den Blick frei auf einzelne dahin­ter­liegende Orgelpfeifen. Der Spieltisch ist mit deut­lich sicht­barem Abstand zur Stahlverklei­dung mon­tiert. Durch die klar erkennbare Schat­tenfuge zum Stahl und auf­grund des Abstands zum Kirchen­bo­den scheint der Spieltisch regel­recht vor der Orgel zu schweben. mehr

 

Die Stiftung Orgelk­lang wird 2021 die Sanierung von 15 his­torischen Orgeln fördern. Fast 110.000 Euro – Pro­jek­t­spenden inklu­sive – stellt die Stiftung dafür zur Ver­fü­gung. Vier der Orgeln, deren Restau­rierung unter­stützt wird, befind­en sich in Bran­den­burg, jew­eils drei Förderzusagen gin­gen nach Thürin­gen und Sach­sen-Anhalt. Auch 2021 sind unter den geförderten Orgeln Instru­mente namhafter Orgel­bauer. So stammt etwa die Orgel in der Bon­ner Großen Evan­ge­lis­chen Kirche aus der welt­berühmten Werk­statt E. F. Wal­ck­er. Die älteste von der Stiftung geförderte Orgel ist gut 310 Jahr alt: Das 1710 von Johann Friedrich Macran­der gebaute Instru­ment (s. Bild) befind­et sich in der Odilienkirche im hes­sis­chen Sprin­gen. Das jüng­ste Instru­ment auf der Förderliste ist die 1956 erbaute Stein­mey­er-Orgel der Peter­skirche im badis­chen Gutach; sie gilt als „Denkmal“ der so genan­nten Orgel­be­we­gung, die eine Rückbesin­nung auf Bauweisen der Barock- und Vor­barockzeit proklamierte.

 

Der US-amerikanis­che Organ­ist und Kom­pon­ist Cameron Car­pen­ter zieht  ab Feb­ru­ar 2021 als „Artist in Res­i­dence“ mit sein­er Inter­na­tion­al Tour­ing Organ (I.T.O.) in die Alte Münze Berlin. Die von Car­pen­ter ent­wor­fene Orgel, die seit 2014 in Hun­derten von Konz­ert­sälen auf der ganzen Welt zu hören war, nutzt die vorteil­hafte Akustik in der ehe­ma­li­gen Präge­halle der Alten Münze voll aus. Für die Instal­la­tion in der Alten Münze wurde das 72-Kanal-Soundsys­tem der Orgel kom­plett über­ar­beit­et. 2021 sind mehrere Orgelkonz­erte mit Cameron Car­pen­ter geplant, die gemäß gel­tender Coro­na-Aufla­gen live, hybrid oder als Stream ver­anstal­tet wer­den. Auf dem Pro­gramm ste­hen unter anderem Mus­sorgskys „Bilder ein­er Ausstel­lung“ (Fas­sung von Car­pen­ter), Bachs Gold­berg-Vari­a­tio­nen und das kom­plette Wohltem­perierte Klavier (par­al­lel auf Orgel und Cem­ba­lo vor­ge­tra­gen), Impro­vi­sa­tio­nen zu Stumm­fil­men, ein Abend u. a. mit Kom­po­si­tio­nen von Cameron Car­pen­ter sowie eine Mandelbrot-Fraktal-Orgelnacht.

 

Bach ruft an — jede Woche die von Bach dafür kom­ponierte Kan­tate als Anrufton des Smart­phones: das bietet die neue App JSBach ring­tone (Android), die Joachim Vogel­sänger, Kirchen­musikdi­rek­tor an St. Johan­nis Lüneb­urg, pro­gram­miert hat. Bach schrieb bekan­ntlich für jeden Son­ntag des Jahres min­destens eine Kan­tate. Die App stellt für jede Woche des Jahres den von Bach dafür vorge­se­henen Kan­taten­be­ginn als Klin­gel­ton auf dem Smart­phone ein. Und das in höch­ster Klangqual­ität: Ton Koop­man gab sein Ein­ver­ständ­nis, die jew­eils ersten 30 Sekun­den sein­er Ein­spielun­gen dafür zu benutzen. Wer über einen Spo­ti­fy-Account ver­fügt, kann sich aus der App her­aus die gesamte Kan­tate anhören.

 

Wenn man nicht konz­ertieren kann, kann man wenig­stens sauber­ma­chen: Nach dieser Devise ging die Elbphil­har­monie vor. Die Gen­er­al­reini­gung der Klais-Orgel im Großen Saal, die eigentlich erst im Som­mer stat­tfind­en sollte, wurde um ein paar Monate vorver­legt. Dafür dehnte man die Coro­na-Gen­er­al­pause in der „Elphi“ bere­its Anfang Dezem­ber bis 27. Jan­u­ar aus; ohne­hin hat­ten alle Ver­anstal­ter ihre Jan­u­ar-Ter­mine im Großen Saal längst storniert. Die Som­mer­pause soll zum Aus­gle­ich sehr kurz gehal­ten wer­den und nur vom 12. bis 25. Juli dauern. Die Arbeit­en wer­den in Videos doku­men­tiert. Das Foto zeigt Philipp Klais.

 

Beim Brand der Kathe­drale Notre-Dame de Paris im April 2019 wurde die große Haup­torgel zwar nur leicht beschädigt. Den­noch mussten alle 8000 Pfeifen aus­ge­baut wer­den, um gere­inigt wer­den zu kön­nen. Der Abbau der Orgel begann Anfang August 2020 und kon­nte Anfang Dezem­ber, zwei Monate früher als berech­net, abgeschlossen wer­den. Bis die Orgel wieder einge­baut und spiel­bere­it ist, wer­den allerd­ings noch Jahre verge­hen: Nach jet­ziger Pla­nung soll das erste Konz­ert des restau­ri­erten Instru­ments im April 2024 stattfinden.

 

Mit der Ein­wei­hung der „Bach-Orgeln“ und ein­er neuen Bach-Ausstel­lung im Schloss­mu­se­um ent­führt der Erleb­nisort „Bach in Arn­stadt“ bald in das Leben Johann Sebas­t­ian Bachs in der baro­cken Res­i­den­zs­tadt. Die „Bach-Orgeln“ sind zwei von ins­ge­samt zwölf Sta­tio­nen, die pünk­tlich zum touris­tis­chen The­men­jahr „Musik­land Thürin­gen 2020“ im ganzen Freis­taat Thürin­gen erklin­gen. Das Pro­jekt hat sich zum Ziel geset­zt, das Leben Bachs und seine Musik durch mul­ti­me­di­ale Erleb­nis­sta­tio­nen bess­er greif­bar zu machen. Die „Bach-Orgeln“, die an ins­ge­samt zwölf ver­schiede­nen Orten zu find­en sind, erin­nern nicht nur optisch an eine Orgel. Wie beim großen Vor­bild muss Energie durch das Treten eines Ped­als selb­st erzeugt wer­den – der Besuch­er wird als „Bäl­ge­treter“ aktiv und mit Bachs Musik belohnt. Zusät­zlich erhält er Infor­ma­tio­nen zum Leben und Wirken des Kom­pon­is­ten. Neben Arn­stadt gibt es zehn weit­ere frei zugängliche Orgeln in Eise­nach, Mühlhausen, Ohrdruf, Wech­mar, Weimar und Altenburg.

 

BTHVN 2020: Im Rah­men der Beethoven-Jubiläum­sak­tiv­itäten der Hochschule für Musik Det­mold wird am 18. April 2020 im Konz­erthaus Det­mold der Beethoven-Stumm­film von Otto Löwen­stein aus dem Jahr 1927 präsen­tiert und an der großen Klais-Orgel durch den Organ­is­ten und Hochschul­pro­fes­sor Tomasz Adam Nowak impro­visierend begleit­et. Auch heute noch zieht einen der Film von Hans Otto Löwen­stein, der das Leben Lud­wig van Beethovens von sein­er Kind­heit in Bonn über seine großen Erfolge als Kom­pon­ist bis hin zu seinem tragis­chen Ende nachze­ich­net, von der ersten Minute an in den Bann. Zum 250. Geburt­stag erst­mals dig­i­tal­isiert, wird er auf der großen Lein­wand im Konz­erthaus der Hochschule präsen­tiert und – wie sein­erzeit bei Stumm­fil­men üblich – an der Orgel impro­visierend begleitet.

 

Zum Tod von Wol­fram Adolph

Wol­fram Adolph, evan­ge­lis­ch­er The­ologe, Musik­wis­senschaftler und langjähriger Her­aus­ge­ber und Autor von Schott Music, ist am 20. März 2019 über­raschend im Alter von 55 Jahren in Saar­brück­en verstorben.

Adolph war Grün­dung­sher­aus­ge­ber und Chefredak­teur der Zeitschrift organ – Jour­nal für die Orgel. Mit ihm ver­liert der Ver­lag Schott Music einen sym­pa­this­chen, engagierten und über­aus sachkundi­gen Herausgeber.

Wol­fram Adolph war ein Lieb­haber vor allem des Franzö­sis­chen: der Musik (beson­ders der­jeni­gen von Louis Vierne), der Orgeln (v. a. Aris­tide Cavail­lé-Coll), nicht zulet­zt der franzö­sis­chen Küche. Die zahlre­ichen Orgel­reisen, die er organ­isierte, führten meist in das west­liche Nach­bar­land, und nicht zufäl­lig lebte er seit dem Jahr 2000 im Saarland.

Adolph war Ini­tia­tor und langjähriger Pro­jek­tleit­er divers­er Orgelfes­ti­vals (Kul­tur­som­mer Rhein­land-Pfalz, Insti­tut Français in Mainz, Frank­furt u. a.), er begrün­dete die Wormser Domkonz­erte sowie die Inter­na­tionalen Mannheimer Schlosskonz­erte. Er war fern­er Präsi­dent des „Louis-Vierne-Insti­tuts“ (Saarbrücken/Paris) sowie Inhab­er und Kün­st­lerisch­er Leit­er des 1994 gegrün­de­ten Labels IFO clas­sics, auf dem bis heute rund 200 zum Teil preis­gekrönte Titel mit inter­na­tionalen Inter­pretInnen pub­liziert wur­den. Mehrere Werke inter­na­tionaler Kom­pon­is­ten sind ihm per­sön­lich gewid­met. Als Pub­lizist und Ref­er­ent war Wol­fram Adolph im In- und Aus­land gefragt. Er hat­te diverse Lehraufträge inne.

Als neue, unab­hängige und überkon­fes­sionelle Zeitschrift für die Orgel“ hat­te er organ in ihrer ersten Aus­gabe von 1998 vorgestellt. Weltof­fen sollte die Zeitschrift sein und anspruchsvoll in ihren Beiträ­gen, der Auf­machung und dem Infor­ma­tion­s­ge­halt. Wol­fram Adolph hat diesen Anspruch als Her­aus­ge­ber und Autor immer wieder ein­gelöst – wir sind ihm sehr dankbar dafür, dass wir ihn über 20 Jahre lang dabei begleit­en durften.

Wir trauern um einen ganz beson­deren Menschen.

Schott Music, im März 2019

 

In der Paris­er Pfar­rkirche Saint-Sulpice hat es am Son­ntag, den 17. März 2019, gebran­nt. Wie es zu dem Feuer kam, ist noch unklar, die Behör­den haben Ermit­tlun­gen ein­geleit­et. Mehrere Besuch­er mussten aus dem Gotte­shaus gebracht wer­den, ver­let­zt wurde nie­mand. Nach ein­er Vier­tel­stunde kon­nte der Brand gelöscht wer­den. Laut Feuer­wehr ist der ent­standene Schaden ger­ing, allerd­ings wur­den die Tür und das darüber befind­liche Blei­glas­fen­ster stark beschädigt. In der Kryp­ta ist der Kom­pon­ist und langjährige Organ­ist von St. Sulpice, Charles Marie Widor bestat­tet. Die Kirche beherbergt zwei Orgeln von Aris­tide Cavail­lé-Coll, die zum Glück nicht beschädigt wurden.

 

Jean Guil­lou ist am 26. Jan­u­ar 2019 im Alter von 88 Jahren in Paris gestor­ben. Olivi­er Mes­si­aen, Mar­cel Dupré und Mau­rice Duru­flé waren seine Lehrer. 1955 erhielt Guil­lou einen Ruf als Pro­fes­sor ans Isti­tu­to de Musi­ca Sacra in Liss­abon. Von 1958 an lebte er in Berlin, bis er 1963 als Tit­u­laror­gan­ist der Paris­er Haup­tkirche St. Eustache nach Frankre­ich zurück­kehrte. Guil­lous tech­nis­che Fer­tigkeit­en sowie sein indi­vidu­elles Ver­ständ­nis für die Impro­vi­sa­tion­skun­st macht­en ihn zu einem der weltweit führen­den Orgelvir­tu­osen, auch als Pianist ern­tete er inter­na­tionale Anerken­nung. Seine exzel­len­ten Ken­nt­nisse der Orgel macht­en ihn darüber hin­aus zu einem gefragten Berater für Orgel­bauer; bekan­nte Instru­mente wie die Orgeln der Ton­halle Zürich und des Audi­to­rio de Tener­ife gehen auf seine Entwürfe zurück. Als Kom­pon­ist hat Guil­lou das Orgel-Reper­toire mit ein­er Vielzahl eigen­er Werke sowie außergewöhn­lich­er Tran­skrip­tio­nen von Orch­ester­w­erken bere­ichert. (Bild: © Schott Music, Mainz)

 

Es ist ein für die Musik­wis­senschaft her­aus­ra­gen­der Fund mit außergewöhn­lichem Umfang: Musik­wis­senschaftler aus dem Cen­tro Stu­di Gia­co­mo Puc­ci­ni in Luc­ca haben zahlre­iche Orgelkom­po­si­tio­nen von Gia­co­mo Puc­ci­ni ent­deckt, zulet­zt 12 bis­lang gän­zlich unbekan­nte Auto­graphe in der Vil­la der Fam­i­lie Puc­ci­ni in Torre del Lago. Der Puc­ci­ni-Experte Vir­gilio Bernar­doni, Pro­fes­sor für Musik­wis­senschaft in Berg­amo, hat jet­zt alle bis zum heuti­gen Tag bekan­nten 57 Orgelkom­po­si­tio­nen von Puc­ci­ni erst­mals in ein­er wis­senschaftlichen Aus­gabe inner­halb der ital­ienis­chen Nation­alaus­gabe vorgelegt. Der bei Carus erschienene Noten­band wurde jet­zt im Rah­men eines wis­senschaftlichen Sym­po­siums mit Fes­tkonz­ert im ital­ienis­chen Reg­gio Emil­ia erst­mals vorgestellt. Damit eröffnet sich der Musik­welt ein Ein­blick in eine bis­lang nahezu unbekan­nte Facette im Œuvre Puc­ci­nis. Die Orgel ist das Instru­ment, mit dem der junge Puc­ci­ni als Musik­er debütierte und an dem er aus­ge­bildet wurde. Im Bild v.l.n.r.: Vir­gilio Bernar­doni, Hans Ryschawy (Carus), Gio­van­ni Godi (Pres­i­dente Fon­dazione Simon­et­ta Puc­ci­ni per Gia­co­mo Puc­ci­ni) und Gabriel­la Bia­gi Raven­ni (Cen­tro Stu­di Gia­co­mo Puccini).

 

222 CDs und eine DVD umfasst die gewaltige Bach-Gesam­taus­gabe, die die Deutsche Gram­mophon und Dec­ca in Zusam­me­nar­beit mit dreißig weit­eren Labels sowie dem Bach-Archiv Leipzig im Okto­ber veröf­fentlicht haben. In 280 Stun­den Musik sind mehr als 750 Inter­pre­ten zu hören, zehn Stun­den wur­den für die Mega-Bach-Box eigens neu aufgenom­men, darunter sieben Erstein­spielun­gen. Die Box, die im Jahr von Bachs 333. Geburt­stag erschienen ist und daher den Titel Bach 333 trägt, enthält zudem zwei Bücher und ein dig­i­tales Produktpaket.

 

Am 1. Okto­ber 2018 hat Themis, die Ver­trauensstelle gegen sex­uelle Beläs­ti­gung und Gewalt, ihre Arbeit aufgenom­men. Die neu geschaf­fene über­be­triebliche Ver­trauensstelle bietet Beschäftigten aus der Film‑, Fernseh- und The­ater­branche, die im Zusam­men­hang mit ihrer beru­flichen Tätigkeit sex­uelle Beläs­ti­gung und Gewalt erfahren haben, einen geschützten Raum, in dem sie sich ein­er Juristin und ein­er Psy­cholo­gin anver­trauen kön­nen. Sie berät Betrof­fene, ver­mit­telt zwis­chen belästigter Per­son und Arbeit­ge­ber und set­zt sich für Präven­tion und Aufk­lärung in den Branchen Film, Fernse­hen, The­ater und Orch­ester ein.