Mit Classical Pulse 2026 veröffentlicht Candlelight® von Fever eine umfassende internationale Analyse zu Konsumgewohnheiten rund um klassische Musik. Die Studie basiert auf einer Befragung von mehr als 8.000 Menschen in zehn Ländern und liefert überraschende Einblicke in den deutschen Markt. Beim Generationenvergleich zeigt sich: Während die unter 45-Jährigen den Konzertbesuch hierzulande klar anführen, zählen die deutschen Babyboomer europaweit zu den Schlusslichtern. Allerdings liegt Deutschland mit 62 Prozent Konzertbesucher:innen weltweit auf Platz 4.

Die Berthold Leibinger Stiftung setzt ihr Engagement für den Erhalt des kulturellen Erbes Orgel fort und fördert in der aktuellen Ausschreibungsrunde die Restaurierung von sechs historischen Instrumenten mit insgesamt 110.000 Euro. Der Schwerpunkt der Förderung liegt traditionell auf Württemberg. In diesem Jahr konnten aufgrund der besonderen kulturhistorischen Bedeutung jedoch auch zwei Projekte außerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und der Diözese Rottenburg-Stuttgart berücksichtigt werden. Gefördert werden die Orgel der St. Johanniskirche in Gerolfingen, die Johann-Adam-Ehrlich-Orgel in der Stadtkirche Bad Wimpfen, die Orgel der Pfarrkirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Meßbach/Dörzbach, die Braun-/Benz-Orgel in St. Martin Zimmern-Horgen, die Weigle-Orgel im Staatlichen Gymnasium Arnoldischule Gotha und die Jahrmarktsorgel im Deutschen Uhrenmuseum Furtwangen (Foto).

Die Sammlung von alten Instrumenten des verstorbenen Luigi Ferdinando Tagliavini im Zentrum von Bologna (in der ehemaligen Kirche San Colombano) ist in Gefahr. Diese Sammlung gilt als eine der wertvollsten in Europa: alle Instrumente wurden restauriert, und eine umfassende Bibliothek und eine Restaurierungswerkstatt ergänzen die Sammlung. (Foto: © 2026 Fondazione Progetto Genus Bononiae, Bologna). – Das Museum wurde noch zu Lebzeiten von Luigi Ferdinando Tagliavini (1929–2017) eingeweiht und zunächst von Liuwe Tamminga, dem ehemaligen Organisten der Kirche San Petronio, betreut. Nach dessen frühem Tod kümmerte sich Prof. Catalina Vicens um die Sammlung. Gefördert wurde die Sammlung seit 2006 durch die Stiftung Sparkasse Bologna (Fondazione Carisbo), die sich auch verpflichtete, alle notwendigen Bedingungen für den Unterhalt der Instrumente zu beachten. Doch seit einem halben Jahr bemängelt die Stiftung die ihrer Meinung nach zu hohen Ausgaben: Die Ausgaben stünden in keinem Verhältnis zum Wert der Sammlung. Es folgte die Einmischung der Stiftung in die Administration des Museums – schließlich die Entlassung der Konservatorin, was den weiteren Betrieb des Museums und die Pflege der Instrumente unmöglich macht. Die Erben von Luigi Ferdinando Tagliavini sind zwar nicht mehr im Besitz der Sammlung, wollen aber darauf, dass eine für alle Seiten einvernehmliche Lösung gefunden wird; sie haben einen Zivilprozess eröffnet. (Nach einem Schreiben von Guy Bovet.
Der Deutsche Musikrat fordert eine gemeinsame Strategie zur Sicherung der Kirchenmusik: Die Kirchenmusik ist eine wichtige Ressource für das kulturelle Leben unseres Landes – als Impulsgeberin für professionelle künstlerische Entwicklungen, aber auch als Fundament der Amateurmusik. Besonders im ländlichen Raum stellt sie oft den zentralen Ort kultureller Begegnung dar. Sie wirkt tief in die Gesellschaft hinein, bewahrt wertvolles Kulturgut und vermittelt Glauben. Doch diese Strukturen sind durch Fachkräftemangel und die fehlende Unterstützung kirchenmusikalischer Verbände gefährdet. In einem heute veröffentlichten Positionspapier „Zukunft der Kirchenmusik sichern“ fordert der Deutsche Musikrat daher ein rasches, gemeinsames Handeln. Prof. Lydia Grün, Präsidentin des Deutschen Musikrats, betont: „Wir brauchen jetzt ein gebündeltes Engagement der Verantwortlichen in Kirchen und Gesellschaft, um die Kirchenmusik zukunftsfähig zu machen. Der Deutsche Musikrat bietet hierzu seine Mithilfe an. Musikalische Bildung muss als Kernbestandteil kirchlichen und kirchenmusikalischen Handelns anerkannt und intensiv gefördert werden. Zugleich müssen wir die Amateurmusik, die Ausbildung und kirchenmusikalischen Verbände unterstützen und uns für den Erhalt und Ausbau der haupt- und nebenberuflichen Stellen von Kir- chenmusiker:innen einsetzen. Nur so können wir die notwendigen Rahmenbedingungen für eine lebendige Musizierpraxis der Kirchenmusik für die Gesellschaft erhalten.“ Mit seinem Bundesfachausschuss „Musik in Religionen und Kirchen“ sensibilisiert der Deutsche Musikrat für die Wirkungskraft von Musik in sakralen Kontexten und fördert den interreligiösen Dialog. 2022 setzte er mit dem Kongress „Kirchenmusik als Chance für Gesellschaft, Kultur und Kirche“ in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland wichtige Impulse.
Die Gesellschaft für bayerische Musikgeschichte e. V. gibt das Jahrbuch Musik in Bayern heraus. Dessen beliebte Rubrik „Neue Orgeln in Bayern“ wird nun weitergeführt. Geplant ist, zusätzlich komplexe Restaurierungen und größere Umbauten in die Liste aufzunehmen sowie ergänzende Angaben und Bildmaterial auf einer Internetplattform zugänglich zu machen. Informationen über Orgelneubauten, Restaurierungen und Umbauten in Bayern werden erbeten an Dr. Markus Zimmermann, E-Mail: mk***********@******ne.de. – Wieder digital zugänglich ist die ebenfalls von der Gesellschaft für bayerische Musikgeschichte e. V. erstellte Orgeldatenbank Bayern, allerdings zunächst auf dem Forschungsstand von 2009.
Das Referat Kirchenmusik des Bistums Passau hat anlässlich des Orgeljahres 2021 eine siebenteilige Videoserie mit ausgewählten Orgeln im Bistum Passau produziert, die auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht werden. Die Filme widmen sich den Orgeln in der Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt/Sammarei, in den Pfarrkirchen Mariä Himmelfahrt/ Vornbach am Inn, Mater dolorosa/Finsterau, St. Stephan/Malgersdorf, St. Thomas/Aicha a. d. Donau, in der Filialkirche St. Stephan/Bachling und schließlich in der Basilika St. Anna/Altötting. Ein Aspekt bei der Konzeption dir Videoserie war, dass Musik verwendet wurde, die von Komponisten aus dem Bistum Passau stammen oder mit diesem eng verbunden sind bzw. waren.
Orgelmusik in Zeiten von Corona ist ein gemeinsames Kompendium des Deutschen Musikrats, der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland, das 17 Neukompositionen enthält, die im Frühjahr 2021 komponiert wurden und als künstlerische Reflexionen der Corona-Zeit ein vielfältiges Panorama an Stimmungsbildern bieten. Ziel des Projekts ist es, das Musikleben nach der Krise wieder aktiv zu befördern und die Zuhörenden zu einer Auseinandersetzung mit den Pandemie-Erfahrungen anzuregen. Dazu sollen die Stücke im Herbst 2021 bundesweit in Gottesdiensten und Konzerten erklingen. Wenn Sie Teil des Projekts werden wollen und ein Konzert oder eine Andacht mit einer oder mehreren der Kompositionen durchführen möchten, können sich auf der Projekt-Website registrieren und – bei Durchführung einer Veranstaltung – den Sammelband als Print- oder Onlineausgabe kostenfrei erhalten.

Bach ruft an – jede Woche die von Bach dafür komponierte Kantate als Anrufton des Smartphones: das bietet die App JSBach ringtone (Android), die Joachim Vogelsänger, Kirchenmusikdirektor an St. Johannis Lüneburg, programmiert hat. Bach schrieb bekanntlich für jeden Sonntag des Jahres mindestens eine Kantate. Die App stellt für jede Woche des Jahres den von Bach dafür vorgesehenen Kantatenbeginn als Klingelton auf dem Smartphone ein. Und das in höchster Klangqualität: Ton Koopman gab sein Einverständnis, die jeweils ersten 30 Sekunden seiner Einspielungen dafür zu benutzen. Wer über einen Spotify-Account verfügt, kann sich aus der App heraus die gesamte Kantate anhören.

Zum Tod von Wolfram Adolph
Wolfram Adolph, evangelischer Theologe, Musikwissenschaftler und langjähriger Herausgeber und Autor von Schott Music, ist am 20. März 2019 überraschend im Alter von 55 Jahren in Saarbrücken verstorben.
Adolph war Gründungsherausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift organ – Journal für die Orgel. Mit ihm verliert der Verlag Schott Music einen sympathischen, engagierten und überaus sachkundigen Herausgeber.
Wolfram Adolph war ein Liebhaber vor allem des Französischen: der Musik (besonders derjenigen von Louis Vierne), der Orgeln (v. a. Aristide Cavaillé-Coll), nicht zuletzt der französischen Küche. Die zahlreichen Orgelreisen, die er organisierte, führten meist in das westliche Nachbarland, und nicht zufällig lebte er seit dem Jahr 2000 im Saarland.
Adolph war Initiator und langjähriger Projektleiter diverser Orgelfestivals (Kultursommer Rheinland-Pfalz, Institut Français in Mainz, Frankfurt u. a.), er begründete die Wormser Domkonzerte sowie die Internationalen Mannheimer Schlosskonzerte. Er war ferner Präsident des „Louis-Vierne-Instituts“ (Saarbrücken/Paris) sowie Inhaber und Künstlerischer Leiter des 1994 gegründeten Labels IFO classics, auf dem bis heute rund 200 zum Teil preisgekrönte Titel mit internationalen InterpretInnen publiziert wurden. Mehrere Werke internationaler Komponisten sind ihm persönlich gewidmet. Als Publizist und Referent war Wolfram Adolph im In- und Ausland gefragt. Er hatte diverse Lehraufträge inne.
„Als neue, unabhängige und überkonfessionelle Zeitschrift für die Orgel“ hatte er organ in ihrer ersten Ausgabe von 1998 vorgestellt. Weltoffen sollte die Zeitschrift sein und anspruchsvoll in ihren Beiträgen, der Aufmachung und dem Informationsgehalt. Wolfram Adolph hat diesen Anspruch als Herausgeber und Autor immer wieder eingelöst – wir sind ihm sehr dankbar dafür, dass wir ihn über 20 Jahre lang dabei begleiten durften.
Wir trauern um einen ganz besonderen Menschen.
Schott Music, im März 2019
Jean Guillou ist am 26. Januar 2019 im Alter von 88 Jahren in Paris gestorben. Olivier Messiaen, Marcel Dupré und Maurice Duruflé waren seine Lehrer. 1955 erhielt Guillou einen Ruf als Professor ans Istituto de Musica Sacra in Lissabon. Von 1958 an lebte er in Berlin, bis er 1963 als Titularorganist der Pariser Hauptkirche St. Eustache nach Frankreich zurückkehrte. Guillous technische Fertigkeiten sowie sein individuelles Verständnis für die Improvisationskunst machten ihn zu einem der weltweit führenden Orgelvirtuosen, auch als Pianist erntete er internationale Anerkennung. Seine exzellenten Kenntnisse der Orgel machten ihn darüber hinaus zu einem gefragten Berater für Orgelbauer; bekannte Instrumente wie die Orgeln der Tonhalle Zürich und des Auditorio de Tenerife gehen auf seine Entwürfe zurück. Als Komponist hat Guillou das Orgel-Repertoire mit einer Vielzahl eigener Werke sowie außergewöhnlicher Transkriptionen von Orchesterwerken bereichert. (Bild: © Schott Music, Mainz)



