25. September 2018

News

Am 21. August ist im Mainz­er Dom der zweite Teil­ab­schnitt der neuen Domorgel im Ostchor feier­lich eingewei­ht wor­den, nach­dem bere­its im Sep­tem­ber 2021 der erste Teil­ab­schnitt am Marien­al­tar geseg­net wor­den war. Neben einem Konz­ert am Wei­hetag mit Domor­gan­ist Daniel Beck­mann kon­nte die Öffentlichkeit auch an den darauf­fol­gen­den Tagen bei freiem Ein­tritt Gele­gen­heit haben, das neue Instru­ment zu hören — was sehr gut angenom­men wurde. Die bei­den Organ­is­ten repräsen­ta­tiv­er Goll- und Rieger-Orgeln, Ulfert Smidt (Mark­tkirche Han­nover, Goll-Orgel) und Sebas­t­ian Küch­ler-Bless­ing (Domor­gan­ist in Essen, Rieger-Orgel) ließen die Orgel am Mon­tagabend gemein­sam mit Domor­gan­ist Daniel Beck­mann erklin­gen. Am Dien­stag spielte dann der Tit­u­laror­gan­ist der Kathe­drale Notre Dame de Paris, Olivi­er Latry, auf dem neuen Instru­ment. Hier geht es zu den Konz­erten (nicht nur) im Mainz­er Dom.

 

Am Fre­itag, den 18. Novem­ber 2022, um 20 Uhr find­et in der St. Matthäus/Kirche im Kul­tur­fo­rum in Berlin-Tier­garten die Urauf­führung von „Ich will zornig sein“ – Psalmen für acht Frauen­stim­men, Vio­la und Orgel — Texte Thomas Bern­hard,  Kom­po­si­tion Mayako Kubo — statt. Inter­pretinnen sind das Berlin­er Frauen-Vokalensem­ble sowie Miri­am Göt­ting (Vio­la) und Jose­fine Horn an der Orgel von St. Matthäus; die Leitung hat Lothar Knappe. Das Pro­jekt bringt Neue Musik mit den unbekan­nten und kon­tro­ver­sen Psalmen Thomas Bern­hards zusam­men. Im explo­siv­en Span­nungs­feld zwis­chen Musik und Lit­er­atur wird sein Zorn pro­fan und sakral zum Aus­druck gebracht. Thomas Bern­hard meets New Music - „Bringt mir Schnaps, Ruhm und Ehre.“ (Foto: Erik-Jan Ouwerkerk)

 

Wie viele Men­schen musizieren in ihrer Freizeit? Wie viele Frauen bek­lei­den Führungspo­si­tio­nen in Beruf­sor­ch­estern? Wo kann ich was studieren? Antworten auf diese und andere Fra­gen bietet das miz — deutsches musik­in­for­ma­tion­szen­trum unter www.miz.org. Eine neue Such­funk­tion, die inner­halb weniger Sekun­den Tre­f­fer zu den unter­schiedlich­sten The­men liefert, macht den Infor­ma­tion­ss­chatz des miz noch schneller greif­bar. Schnell und über­sichtlich lassen sich Angaben zu über 10.000 Musikin­sti­tu­tio­nen, sta­tis­tis­che Dat­en, inter­ak­tive Karten, Beiträge und ver­tiefende Analy­sen zum Musik­leben recher­chieren. The­ma­tisch deckt das miz alle zen­tralen Bere­iche ab – von der musikalis­chen Bil­dung und Aus­bil­dung über das Ama­teur­mu­sizieren und die pro­fes­sionelle Musikausübung bis zur Musikwirtschaft.

 

Das Refer­at Kirchen­musik des Bis­tums Pas­sau hat anlässlich des Orgel­jahres 2021 eine sieben­teilige Videoserie mit aus­gewählten Orgeln im Bis­tum Pas­sau pro­duziert, die auf seinem YouTube-Kanal veröf­fentlicht wer­den. Die Filme wid­men sich den Orgeln in der Wall­fahrt­skirche Maria Himmelfahrt/Sammarei, in den Pfar­rkirchen Mar­iä Himmelfahrt/ Vorn­bach am Inn, Mater dolorosa/Finsterau, St. Stephan/Malgersdorf, St. Thomas/Aicha a. d. Donau, in der Fil­ialkirche St. Stephan/Bachling und schließlich in der Basi­li­ka St. Anna/Altötting. Ein Aspekt bei der Konzep­tion dir Videoserie war, dass Musik ver­wen­det wurde, die von Kom­pon­is­ten aus dem Bis­tum Pas­sau stam­men oder mit diesem eng ver­bun­den sind bzw. waren.

 

Orgel­musik in Zeit­en von Coro­na ist ein gemein­sames Kom­pendi­um des Deutschen Musikrats, der Deutschen Bischof­skon­ferenz und der Evan­ge­lis­chen Kirche in Deutsch­land, das 17 Neukom­po­si­tio­nen enthält, die im Früh­jahr 2021 kom­poniert wur­den und als kün­st­lerische Reflex­io­nen der Coro­na-Zeit ein vielfältiges Panora­ma an Stim­mungs­bildern bieten. Ziel des Pro­jek­ts ist es, das Musik­leben nach der Krise wieder aktiv zu befördern und die Zuhören­den zu ein­er Auseinan­der­set­zung mit den Pan­demie-Erfahrun­gen anzure­gen. Dazu sollen die Stücke im Herb­st 2021 bun­desweit in Gottes­di­en­sten und Konz­erten erklin­gen. Wenn Sie Teil des Pro­jek­ts wer­den wollen und ein Konz­ert oder eine Andacht mit ein­er oder mehreren der Kom­po­si­tio­nen durch­führen möcht­en, kön­nen sich auf der Pro­jekt-Web­site reg­istri­eren und – bei Durch­führung ein­er Ver­anstal­tung – den Sam­mel­band als Print- oder Onlin­eaus­gabe kosten­frei erhalten.

Coro­na-Krise: Die Pub­lika­tion Grund­la­gen für das Musizieren unter Pan­demiebe­din­gun­gen bün­delt Forschungsergeb­nisse führen­der Forschungsin­sti­tute in Deutsch­land zu diesem The­ma und bietet mit dieser Über­sicht eine Basis für die Erar­beitung von Hygien­ekonzepten sowie eine Grund­lage für kul­tur­poli­tis­che Entschei­dun­gen. Das Grund­la­gen-Papi­er wird laufend aktu­al­isiert und spiegelt den aktuellen wis­senschaftlichen Stand wider.

 

Bach ruft an — jede Woche die von Bach dafür kom­ponierte Kan­tate als Anrufton des Smart­phones: das bietet die neue App JSBach ring­tone (Android), die Joachim Vogel­sänger, Kirchen­musikdi­rek­tor an St. Johan­nis Lüneb­urg, pro­gram­miert hat. Bach schrieb bekan­ntlich für jeden Son­ntag des Jahres min­destens eine Kan­tate. Die App stellt für jede Woche des Jahres den von Bach dafür vorge­se­henen Kan­taten­be­ginn als Klin­gel­ton auf dem Smart­phone ein. Und das in höch­ster Klangqual­ität: Ton Koop­man gab sein Ein­ver­ständ­nis, die jew­eils ersten 30 Sekun­den sein­er Ein­spielun­gen dafür zu benutzen. Wer über einen Spo­ti­fy-Account ver­fügt, kann sich aus der App her­aus die gesamte Kan­tate anhören.

 

Beim Brand der Kathe­drale Notre-Dame de Paris im April 2019 wurde die große Haup­torgel zwar nur leicht beschädigt. Den­noch mussten alle 8000 Pfeifen aus­ge­baut wer­den, um gere­inigt wer­den zu kön­nen. Der Abbau der Orgel begann Anfang August 2020 und kon­nte Anfang Dezem­ber, zwei Monate früher als berech­net, abgeschlossen wer­den. Bis die Orgel wieder einge­baut und spiel­bere­it ist, wer­den allerd­ings noch Jahre verge­hen: Nach jet­ziger Pla­nung soll das erste Konz­ert des restau­ri­erten Instru­ments im April 2024 stattfinden.

 

Mit der Ein­wei­hung der „Bach-Orgeln“ und ein­er neuen Bach-Ausstel­lung im Schloss­mu­se­um ent­führt der Erleb­nisort „Bach in Arn­stadt“ bald in das Leben Johann Sebas­t­ian Bachs in der baro­cken Res­i­den­zs­tadt. Die „Bach-Orgeln“ sind zwei von ins­ge­samt zwölf Sta­tio­nen, die pünk­tlich zum touris­tis­chen The­men­jahr „Musik­land Thürin­gen 2020“ im ganzen Freis­taat Thürin­gen erklin­gen. Das Pro­jekt hat sich zum Ziel geset­zt, das Leben Bachs und seine Musik durch mul­ti­me­di­ale Erleb­nis­sta­tio­nen bess­er greif­bar zu machen. Die „Bach-Orgeln“, die an ins­ge­samt zwölf ver­schiede­nen Orten zu find­en sind, erin­nern nicht nur optisch an eine Orgel. Wie beim großen Vor­bild muss Energie durch das Treten eines Ped­als selb­st erzeugt wer­den – der Besuch­er wird als „Bäl­ge­treter“ aktiv und mit Bachs Musik belohnt. Zusät­zlich erhält er Infor­ma­tio­nen zum Leben und Wirken des Kom­pon­is­ten. Neben Arn­stadt gibt es zehn weit­ere frei zugängliche Orgeln in Eise­nach, Mühlhausen, Ohrdruf, Wech­mar, Weimar und Altenburg.

 

Zum Tod von Wol­fram Adolph

Wol­fram Adolph, evan­ge­lis­ch­er The­ologe, Musik­wis­senschaftler und langjähriger Her­aus­ge­ber und Autor von Schott Music, ist am 20. März 2019 über­raschend im Alter von 55 Jahren in Saar­brück­en verstorben.

Adolph war Grün­dung­sher­aus­ge­ber und Chefredak­teur der Zeitschrift organ – Jour­nal für die Orgel. Mit ihm ver­liert der Ver­lag Schott Music einen sym­pa­this­chen, engagierten und über­aus sachkundi­gen Herausgeber.

Wol­fram Adolph war ein Lieb­haber vor allem des Franzö­sis­chen: der Musik (beson­ders der­jeni­gen von Louis Vierne), der Orgeln (v. a. Aris­tide Cavail­lé-Coll), nicht zulet­zt der franzö­sis­chen Küche. Die zahlre­ichen Orgel­reisen, die er organ­isierte, führten meist in das west­liche Nach­bar­land, und nicht zufäl­lig lebte er seit dem Jahr 2000 im Saarland.

Adolph war Ini­tia­tor und langjähriger Pro­jek­tleit­er divers­er Orgelfes­ti­vals (Kul­tur­som­mer Rhein­land-Pfalz, Insti­tut Français in Mainz, Frank­furt u. a.), er begrün­dete die Wormser Domkonz­erte sowie die Inter­na­tionalen Mannheimer Schlosskonz­erte. Er war fern­er Präsi­dent des „Louis-Vierne-Insti­tuts“ (Saarbrücken/Paris) sowie Inhab­er und Kün­st­lerisch­er Leit­er des 1994 gegrün­de­ten Labels IFO clas­sics, auf dem bis heute rund 200 zum Teil preis­gekrönte Titel mit inter­na­tionalen Inter­pretInnen pub­liziert wur­den. Mehrere Werke inter­na­tionaler Kom­pon­is­ten sind ihm per­sön­lich gewid­met. Als Pub­lizist und Ref­er­ent war Wol­fram Adolph im In- und Aus­land gefragt. Er hat­te diverse Lehraufträge inne.

Als neue, unab­hängige und überkon­fes­sionelle Zeitschrift für die Orgel“ hat­te er organ in ihrer ersten Aus­gabe von 1998 vorgestellt. Weltof­fen sollte die Zeitschrift sein und anspruchsvoll in ihren Beiträ­gen, der Auf­machung und dem Infor­ma­tion­s­ge­halt. Wol­fram Adolph hat diesen Anspruch als Her­aus­ge­ber und Autor immer wieder ein­gelöst – wir sind ihm sehr dankbar dafür, dass wir ihn über 20 Jahre lang dabei begleit­en durften.

Wir trauern um einen ganz beson­deren Menschen.

Schott Music, im März 2019

 

Jean Guil­lou ist am 26. Jan­u­ar 2019 im Alter von 88 Jahren in Paris gestor­ben. Olivi­er Mes­si­aen, Mar­cel Dupré und Mau­rice Duru­flé waren seine Lehrer. 1955 erhielt Guil­lou einen Ruf als Pro­fes­sor ans Isti­tu­to de Musi­ca Sacra in Liss­abon. Von 1958 an lebte er in Berlin, bis er 1963 als Tit­u­laror­gan­ist der Paris­er Haup­tkirche St. Eustache nach Frankre­ich zurück­kehrte. Guil­lous tech­nis­che Fer­tigkeit­en sowie sein indi­vidu­elles Ver­ständ­nis für die Impro­vi­sa­tion­skun­st macht­en ihn zu einem der weltweit führen­den Orgelvir­tu­osen, auch als Pianist ern­tete er inter­na­tionale Anerken­nung. Seine exzel­len­ten Ken­nt­nisse der Orgel macht­en ihn darüber hin­aus zu einem gefragten Berater für Orgel­bauer; bekan­nte Instru­mente wie die Orgeln der Ton­halle Zürich und des Audi­to­rio de Tener­ife gehen auf seine Entwürfe zurück. Als Kom­pon­ist hat Guil­lou das Orgel-Reper­toire mit ein­er Vielzahl eigen­er Werke sowie außergewöhn­lich­er Tran­skrip­tio­nen von Orch­ester­w­erken bere­ichert. (Bild: © Schott Music, Mainz)