25. September 2018

News

Zum Tod von Wol­fram Adolph

Wol­fram Adolph, evan­ge­lis­ch­er The­ologe, Musik­wis­senschaftler und langjähriger Her­aus­ge­ber und Autor von Schott Music, ist am 20. März 2019 über­raschend im Alter von 55 Jahren in Saar­brück­en ver­stor­ben.

Adolph war Grün­dung­sher­aus­ge­ber und Chefredak­teur der Zeitschrift organ – Jour­nal für die Orgel. Mit ihm ver­liert der Ver­lag Schott Music einen sym­pa­this­chen, engagierten und über­aus sachkundi­gen Her­aus­ge­ber.

Wol­fram Adolph war ein Lieb­haber vor allem des Franzö­sis­chen: der Musik (beson­ders der­jeni­gen von Louis Vierne), der Orgeln (v. a. Aris­tide Cavail­lé-Coll), nicht zulet­zt der franzö­sis­chen Küche. Die zahlre­ichen Orgel­reisen, die er organ­isierte, führten meist in das west­liche Nach­bar­land, und nicht zufäl­lig lebte er seit dem Jahr 2000 im Saar­land.

Adolph war Ini­tia­tor und langjähriger Pro­jek­tleit­er divers­er Orgelfes­ti­vals (Kul­tur­som­mer Rhein­land-Pfalz, Insti­tut Français in Mainz, Frank­furt u. a.), er begrün­dete die Wormser Domkonz­erte sowie die Inter­na­tionalen Mannheimer Schlosskonz­erte. Er war fern­er Präsi­dent des „Louis-Vierne-Insti­tuts“ (Saarbrücken/Paris) sowie Inhab­er und Kün­st­lerisch­er Leit­er des 1994 gegrün­de­ten Labels IFO clas­sics, auf dem bis heute rund 200 zum Teil preis­gekrönte Titel mit inter­na­tionalen Inter­pretInnen pub­liziert wur­den. Mehrere Werke inter­na­tionaler Kom­pon­is­ten sind ihm per­sön­lich gewid­met. Als Pub­lizist und Ref­er­ent war Wol­fram Adolph im In- und Aus­land gefragt. Er hat­te diverse Lehraufträge inne.

Als neue, unab­hängige und überkon­fes­sionelle Zeitschrift für die Orgel“ hat­te er organ in ihrer ersten Aus­gabe von 1998 vorgestellt. Weltof­fen sollte die Zeitschrift sein und anspruchsvoll in ihren Beiträ­gen, der Auf­machung und dem Infor­ma­tion­s­ge­halt. Wol­fram Adolph hat diesen Anspruch als Her­aus­ge­ber und Autor immer wieder ein­gelöst – wir sind ihm sehr dankbar dafür, dass wir ihn über 20 Jahre lang dabei begleit­en durften.

Wir trauern um einen ganz beson­deren Men­schen.

Schott Music, im März 2019

 

In der Paris­er Pfar­rkirche Saint-Sulpice hat es am Son­ntag, den 17. März, gebran­nt. Wie es zu dem Feuer kam, ist noch unklar, die Behör­den haben Ermit­tlun­gen ein­geleit­et. Mehrere Besuch­er mussten aus dem Gotte­shaus gebracht wer­den, ver­let­zt wurde nie­mand. Nach ein­er Vier­tel­stunde kon­nte der Brand gelöscht wer­den. Laut Feuer­wehr ist der ent­standene Schaden ger­ing, allerd­ings wur­den die Tür und das darüber befind­liche Blei­glas­fen­ster stark beschädigt. In der Kryp­ta ist der Kom­pon­ist und langjährige Organ­ist von St. Sulpice, Charles Marie Widor bestat­tet. Die Kirche beherbergt zwei Orgeln von Aris­tide Cavail­lé-Coll, die zum Glück nicht beschädigt wur­den.

 

Jean Guil­lou ist am 26. Jan­u­ar 2019 im Alter von 88 Jahren in Paris gestor­ben. Olivi­er Mes­si­aen, Mar­cel Dupré und Mau­rice Duru­flé waren seine Lehrer. 1955 erhielt Guil­lou einen Ruf als Pro­fes­sor ans Isti­tu­to de Musi­ca Sacra in Liss­abon. Von 1958 an lebte er in Berlin, bis er 1963 als Tit­u­laror­gan­ist der Paris­er Haup­tkirche St. Eustache nach Frankre­ich zurück­kehrte. Guil­lous tech­nis­che Fer­tigkeit­en sowie sein indi­vidu­elles Ver­ständ­nis für die Impro­vi­sa­tion­skun­st macht­en ihn zu einem der weltweit führen­den Orgelvir­tu­osen, auch als Pianist ern­tete er inter­na­tionale Anerken­nung. Seine exzel­len­ten Ken­nt­nisse der Orgel macht­en ihn darüber hin­aus zu einem gefragten Berater für Orgel­bauer; bekan­nte Instru­mente wie die Orgeln der Ton­halle Zürich und des Audi­to­rio de Tener­ife gehen auf seine Entwürfe zurück. Als Kom­pon­ist hat Guil­lou das Orgel-Reper­toire mit ein­er Vielzahl eigen­er Werke sowie außergewöhn­lich­er Tran­skrip­tio­nen von Orch­ester­w­erken bere­ichert. (Bild: © Schott Music, Mainz)

 

Aus Anlass des 300. Todestages des bedeutenden Orgelbauers Arp Schnitger (1648–1719), dessen nordeuropäisches Schaffen von Hamburg ausging, feiert die Stadt Hamburg das Orgeljahr 2019: mit Konzerten, Führungen, Ausstellungen, Tagungen und vielen weiteren Events.

 

Es ist ein für die Musik­wis­senschaft her­aus­ra­gen­der Fund mit außergewöhn­lichem Umfang: Musik­wis­senschaftler aus dem Cen­tro Stu­di Gia­co­mo Puc­ci­ni in Luc­ca haben zahlre­iche Orgelkom­po­si­tio­nen von Gia­co­mo Puc­ci­ni ent­deckt, zulet­zt 12 bis­lang gän­zlich unbekan­nte Auto­graphe in der Vil­la der Fam­i­lie Puc­ci­ni in Torre del Lago. Der Puc­ci­ni-Experte Vir­gilio Bernar­doni, Pro­fes­sor für Musik­wis­senschaft in Berg­amo, hat jet­zt alle bis zum heuti­gen Tag bekan­nten 57 Orgelkom­po­si­tio­nen von Puc­ci­ni erst­mals in ein­er wis­senschaftlichen Aus­gabe inner­halb der ital­ienis­chen Nation­alaus­gabe vorgelegt. Der bei Carus erschienene Noten­band wurde jet­zt im Rah­men eines wis­senschaftlichen Sym­po­siums mit Fes­tkonz­ert im ital­ienis­chen Reg­gio Emil­ia erst­mals vorgestellt. Damit eröffnet sich der Musik­welt ein Ein­blick in eine bis­lang nahezu unbekan­nte Facette im Œuvre Puc­ci­nis. Die Orgel ist das Instru­ment, mit dem der junge Puc­ci­ni als Musik­er debütierte und an dem er aus­ge­bildet wurde. Im Bild v.l.n.r.: Vir­gilio Bernar­doni, Hans Ryschawy (Carus), Gio­van­ni Godi (Pres­i­dente Fon­dazione Simon­et­ta Puc­ci­ni per Gia­co­mo Puc­ci­ni) und Gabriel­la Bia­gi Raven­ni (Cen­tro Stu­di Gia­co­mo Puc­ci­ni).

 

Die Inter­na­tionale Arbeits­ge­mein­schaft für Orgel­doku­men­ta­tion e. V. (IAOD) trifft sich vom 30. Mai bis 1. Juni 2019 in Würzburg und Geisel­wind-Rehweil­er (Unter­franken) zur Jahresta­gung bzw. Mit­gliederver­samm­lung. Auf dem Pro­gramm ste­hen Führun­gen zur Klais-Orgel in der Musikhochschule Würzburg und den Orgeln im Kloster Ebrach sowie durch die pri­vate Samm­lung in der Inter­na­tionalen Musikakademie Rehweil­er durch Pro­fes­sor Christoph Bossert. Infor­ma­tion: Dr. Markus Zim­mer­mann, mk-zimmermann@t-online.de

 

222 CDs und eine DVD umfasst die gewaltige Bach-Gesam­taus­gabe, die die Deutsche Gram­mophon und Dec­ca in Zusam­me­nar­beit mit dreißig weit­eren Labels sowie dem Bach-Archiv Leipzig im Okto­ber veröf­fentlicht haben. In 280 Stun­den Musik sind mehr als 750 Inter­pre­ten zu hören, zehn Stun­den wur­den für die Mega-Bach-Box eigens neu aufgenom­men, darunter sieben Erstein­spielun­gen. Die Box, die im Jahr von Bachs 333. Geburt­stag erschienen ist und daher den Titel Bach 333 trägt, enthält zudem zwei Bücher und ein dig­i­tales Pro­duk­t­paket.

 

Am 1. Okto­ber 2018 hat Themis, die Ver­trauensstelle gegen sex­uelle Beläs­ti­gung und Gewalt, ihre Arbeit aufgenom­men. Die neu geschaf­fene über­be­triebliche Ver­trauensstelle bietet Beschäftigten aus der Film-, Fernseh- und The­ater­branche, die im Zusam­men­hang mit ihrer beru­flichen Tätigkeit sex­uelle Beläs­ti­gung und Gewalt erfahren haben, einen geschützten Raum, in dem sie sich ein­er Juristin und ein­er Psy­cholo­gin anver­trauen kön­nen. Sie berät Betrof­fene, ver­mit­telt zwis­chen belästigter Per­son und Arbeit­ge­ber und set­zt sich für Präven­tion und Aufk­lärung in den Branchen Film, Fernse­hen, The­ater und Orch­ester ein.

 

Berlin steckt voller Musik! Zu seinem 40-jähri­gen Jubiläum möchte der Lan­desmusikrat Berlin diese Vielfalt von Musik und Stadt auch im Bild doku­men­tieren. Inter­essierte nicht-pro­fes­sionelle Fotografinnen und Fotografen jeden Alters sind aufgerufen, ihre Bilder zum The­ma „Musik und Stadt“ bis zum 30. Okto­ber 2018 einzure­ichen. Eine Jury wird aus den Ein­sendun­gen eine Auswahl tre­f­fen, die beim Fes­takt zum 40-jähri­gen Jubiläum am 10. Dezem­ber 2018 im Roten Rathaus präsen­tiert wird. Die besten Bilder wer­den im „Tagesspiegel“ abge­druckt.