Compositori Bolognesi (II. Metà Sec. XVII.)

Sonate e Pezzi per Organo

mit Werken von Aldrovandini, Anonimo, Bassani und Monari (= Frutti musicali, hg. von Jolando Scarpa, XXXVII)

Verlag/Label: Edition Walhall, EW1033
erschienen in: organ – Journal für die Orgel 2019/04 , Seite 54
Mit Com­pos­i­tori Bolog­ne­si (II. Metà Sec. XVII.) gibt Jolan­do Scarpa die bere­its 1933 von Giuseppe Pic­ci­oli edierten Werke der Sam­mel­hand­schrift CC. 232 aus der Bib­lio­the­ca del­la Musi­ca von Bologna erneut her­aus. Auf einen kri­tis­chen Bericht wird dabei lei­der verzichtet. Dabei sind die Sonat­en des Mit­glieds der Accad­e­mia Filar­mon­i­ca, Bar­tolomeo Monari, der in Gio­van­ni in Monte und als zweit­er Organ­ist in San Petro­n­io wirk­te, von beson­derem Inter­esse. Auch sind die Dis­po­si­tio­nen der bei­den Chororgeln von San Petroni in Kurz­form beige­fügt und kön­nen bei der klang­lichen Umset­zung einige Anhalt­spunk­te zur stilis­tisch adä­quaten Reg­istrierung geben. Bei den Sonat­en von 2 bis 3 Seit­en Länge han­delt es sich oft um teil­weise engge­führte Fugen, die sich auch auf der Epis­telorgel von Loren­zo da Pra­to mit ihrem Klaviatu­rum­fang von A bis a2 real­isieren lassen. In Monaris Ele­vazione wür­den sich T. 74–76 bemerkenswert­er­weise nur mit oblig­at geführten Ped­al aus­führen lassen.
Als einzige Reg­istri­erangabe im gesamten Band hat die Ele­vazione von G. Aldrovan­di­ni „voce humana“ notiert. Ein kun­stvoll vari­iertes Pas­torale eines anony­men Kom­pon­is­ten kann als wei­h­nachtliche Hirten­musik nach­haltig emp­fohlen wer­den. Diese Edi­tion mit ihrem über­sichtlichen Noten­bild gibt ein aus­ge­sprochen geschlossenes Bild von der
lokal aufge­führten Orgel­musik des 18. Jahrhun­derts in der Universitäts­stadt Bologna.

Josef Miltschitzky