Harald Feller

Panta rhei / Danse macabre

für Orgel und Schlagzeug

Verlag/Label: Edition Walhall, EW1113
erschienen in: organ - Journal für die Orgel 2021/03 , Seite 58

Mit Danse macabre legt der Münch­n­er Orgel­pro­fes­sor Har­ald Feller – von dem auch eine Tran­skrip­tion von Listzs gle­ich­namigem Werk stammt – ein düster aufwüh­len­des Stück vor. Motor dieser gut sieben­minüti­gen „Toc­ca­ta satanique“ ist ein osti­nater, unregelmäßiger, auf Zweier- und Dreier-Grup­pierun­gen basieren­der Rhyth­mus, der eine vor­wärts­drän­gende Kraft ent­fal­tet. Die sich auf­bauen­den Akko­rd­bal­lun­gen und ‑rep­e­ti­tio­nen der Orgel, kom­biniert mit Begleit­fig­uren des Schlagzeugs auf Con­gas und Bon­gos, brin­gen ein jam­bis­ches Vorhaltsmo­tiv her­vor, das das Stück durchzieht. Als Gegen­part taucht ein zweites, ruhigeres und mit Tem­pel­blocks begleit­etes Ganz­ton­mo­tiv auf. Nach ein­er Steigerung mün­det der sich ständig in ein­er Forte/­For­tis­si­mo-Dynamik bewe­gende Tanz in einen durch peitschende Akko­rde rhyth­misch aufger­aut­en sehr wirkungsvollen Schluss.
Hat­te das Schlagzeug hier vor allem rhyth­mis­che Funk­tion, kommt ihm in Pan­ta rhei mit der Marim­ba auch melodis­che Rel­e­vanz zu. Gemäß dem griechis­chen Apho­ris­mus des „Alles fließt“ entste­hen im Zusam­men­spiel der Instru­mente berück­ende Klang­wirkun­gen in ein­er an Mes­si­aen angelehn­ten Har­monik, kon­terkari­ert durch mar­tialisch sich auf­bauende Akko­r­drep­e­ti­tio­nen in den zwei Mit­tel­teilen. Ein Werk von knapp sechs Minuten, das durch seine for­male Geschlossen­heit und die Vielfältigkeit der instru­men­tal­en Hand­habung besticht.

Christoph Kuhlmann