Wolfram Rehfeldt

Orgel Kaleidoskop, Heft 3

Verlag/Label: trube Edition 3632
erschienen in: organ - Journal für die Orgel 2022/02 , Seite 56

Wol­fram Rehfeldt, jahrzehn­te­lang Domor­gan­ist und Pro­fes­sor in Rot­ten­burg am Neckar, legt mit seinem drit­ten Band Orgel Kalei­doskop eine prak­tis­che Samm­lung von 18 Stü­cken für den litur­gis­chen Gebrauch vor. Nach Band 1 und 2 sollte ger­ade für Anfänger eine prak­tis­che und ein­fachere Samm­lung entste­hen. Im Noten­text find­en sich bewusst kaum Angaben zu Reg­istrierung und Dy­namik, um die Stücke viel­seit­iger ein­set­zbar zu machen, sie also mit ver­schiede­nen Reg­istrierun­gen und verän­dert­er Artiku­la­tion an unter­schiedlichen Sta­tio­nen im Gottes­di­enst ein­set­zen zu können.
Die Stücke weisen alle­samt eine sehr klare Struk­tur und die unver­wech­sel­bare Klan­glichkeit Rehfeldts auf. Manch­es Stück kommt dem ver­sierten Organ­is­ten ungewöhn­lich ver­traut vor: Der Kom­pon­ist hat sich bei den alten Meis­tern inspiri­eren lassen, diesen also ein wenig auf die Fin­ger geschaut und manch­es Mod­ell in eine neue Form gebracht. So find­en sich etwa Anklänge an das Bach­sche Choralvor­spiel „Erbarm dich mein, o Herre Gott“ BWV 721, es gibt eine Air und zwis­chen­durch meint man vielle­icht ein Trum­pet-Vol­un­tary zu erhaschen.
Zwei kleine Wün­sche für den näch­sten Band hätte ich dann aber doch: ein wenig mehr Abwech­slung in der Satzweise, ins­beson­dere in der Begleitung, und zwis­chen­durch ein paar kon­tra­punk­tis­che Ele­mente. Für den Gebrauch im Gottes­di­enst und im Orgelun­ter­richt (ins­beson­dere mit Anfängern) ist diese leichte bis höch­stens mit­telschwere Samm­lung auf jeden Fall zu empfehlen. Ger­ade als Ein­stieg in neuere Musik eignen sich die Stücke, um (skep­tis­chen) Schülern einen neuen Hor­i­zont zu eröff­nen, ohne sie zu überfordern.

Max­i­m­il­ian Pöllner