Mathias Rehfeldt

Neun liturgische „Cutscenes“ für Orgel

Verlag/Label: Strube Edition VS 3601
erschienen in: organ - Journal für die Orgel , Seite 56

Wol­fram Reh­feldts 1986 geboren­er Sohn Math­ias Rehfeldt ist als Kom­pon­ist und Organ­ist eher „gren­zgän­gerisch“ unter­wegs. Seine litur­gis­chen „Cutscenes“ (ein der Com­put­er­spiel-Szene entlehn­ter Aus­druck, der so etwas wie filmis­che Zwis­chense­quen­zen bedeutet) sollen als mul­ti­ple Ver­satzstücke für vielfältig­ste Gele­gen­heit­en im Gottes­di­enst dienen sowie als eine Art „Trick­kiste“ für die eigene Kreativ­ität fungieren. Rehfeldt bedi­ent sich hier mod­ern­er genre-über­greifend­er Tech­niken. Beispiel­sweise ent­fal­tet sich beim Melodi­um eine Kan­ti­lene über ein­er osti­na­to-haften Begleitung. Liq­uide wiederum weist per­petu­um-mobile-artige Fig­uren und Ten­den­zen von Min­i­mal-Music auf. Am Abend und Wand­lung erin­nern eher an Jazz und Pop­musik; das marschar­tige Ein Haus voll Glo­rie wiederum erfährt durch die anfängliche Moll-Fär­bung eine inter­es­sante Verfremdung.
Die neun kurzen, leicht erlern­baren Stücke betreten für tra­di­tionelle litur­gis­che Musik eher unortho­dox­es Ter­rain, kön­nen aber wegen ihrer offe­nen und bewusst gut durch­schaubaren Fak­tur ein geeignetes Mit­tel sein, sich neue Zugänge zur gottes­di­en­stlichen Impro­vi­sa­tion auf ein­fache, aber wirkungsvolle Weise zu erschließen.

Chris­t­ian von Blohn