Hg. vom Amt für Kirchenmusik der Erzdiözese Freiburg

Freiburger Orgelbuch 2

Musik für Gottesdienst, Konzert und Unterricht

Verlag/Label: Carus 18.076
erschienen in: organ – Journal für die Orgel 2019/03 , Seite 58

Das vor­liegende 2. Freiburg­er Orgel­buch knüpft an das Konzept des erfol­gre­ichen ersten Ban­des an und präsen­tiert eine große Auswahl von Stück­en zumeist unteren bis mit­tleren Schwierigkeits­grads. Hier sind es ins­ge­samt 86 Orgel­w­erke, 45 davon ohne oblig­ates Ped­al.
Die Ori­en­tierung an sieben ver­schiede­nen nationalen Schulen sorgt dabei für eine große stilis­tis­che Vielfalt mit Musik aus Deutsch­land, Eng­land, Frankre­ich, Ital­ien, Niederlande/Belgien, Spanien und den USA. Auch die musikgeschichtliche Vielfalt ist enorm: sie reicht von Stü­cken des frühen 16. Jahrhun­derts über Bux­te­hude, Bach, Stan­ley zu Benoist, Boë­ly und Mendelssohn – dann weit­er von Karg-Elert, Elgar, Puc­ci­ni und Boëll­mann über Alain und Peeters bis zu Werken von Gár­donyi, MacMil­lan und Rihm. Neben bekan­nteren Gegen­den des Reper­toires wie einem Choralvor­spiel von Johannes Brahms oder Bux­te­hudes G-Dur Präludi­um geht es oft in sel­tener besuchte Eck­en wie z. B. eine Impro­vi­sa­tion von Joseph Ahrens oder Auszüge aus Tourne­mires L’Orgue mys­tique.
Allen Stück­en gemein­sam ist eine leichte und gute Spiel­barkeit, die sich am Niveau neben­beru­flich­er Organ­istin­nen und Organ­is­ten ori­en­tiert.
Die Edi­tion­sprax­is ist dabei sehr sauber: Der klare und gut les­bare Noten­satz mit sin­nvollen Wen­destellen bringt den Orig­inal­text, im Anhang hält ein kurz­er Abschnitt zu jedem Stück Infor­ma­tio­nen zu Werk und Autor, der musikgeschichtlichen Einord­nung, Erk­lärun­gen zu Spiel- und Reg­istrierungsan­weisun­gen sowie Inter­pre­ta­tion­sh­in­weise bere­it. Dies hil­ft, auch weniger geläu­fige Werke wie ein Tien­to de Reg­istro Alto von Fran­cis­co de Per­aza oder einen Dia­logue von François Couperin adäquat darzustellen. Weit­ere Reg­is­ter erschließen die Stücke des Ban­des nach ihrer gottes­di­en­stlichen Ver­wen­dung sowie den Tonarten. Eine von den Mit­gliedern des Redak­tion­steams einge­spielte CD an Orgeln der Erzdiözese Freiburg stellt zudem ein gutes Drit­tel der Werke in ansprechen­den Inter­pre­ta­tio­nen vor.
Somit liegt hier eine Zusam­men­stel­lung vor, die eine wirk­liche Bere­icherung des Reper­toires und Erweiterung des Hor­i­zonts bietet mit zahlre­ichen Ver­wen­dungsmöglichkeit­en für das gottes­di­en­stliche Spiel und den Unter­richt. Sehr zu empfehlen!

Christoph Kuhlmann