Planyavsky, Peter

Toccata Mauritiana für Orgel

geschrieben für die Schweizer Augustiner-Chorherrenabtei St. Maurice

Verlag/Label: Doblinger 02 503
erschienen in: organ 2015/03 , Seite 63
Peter Planyavsky, langjähriger Organ­ist am Wiener Stephans­dom, Hochschullehrer, umtriebiger Inter­pret, Kom­pon­ist und Pub­lizist teils humor­voll-kri­tis­ch­er Büch­er rund um das Gen­er­althe­ma Orgel bzw. Orgel­spiel hat kür­zlich mit sein­er Toc­ca­ta Mau­ri­tiana erneut ein nicht ganz alltäglich­es, inter­es­santes Stück aus ein­er Fed­er vorgelegt. Als Auf­tragswerk für den Orgel­wet­tbe­werb 2015 in Saint-Mau­rice (Schweiz) kom­poniert, ist esa dem dor­ti­gen Abtei-Organ­is­ten Georges Athanasi­adès zugeeignet. Das the­ma­tis­che Mate­r­i­al speist sich unter anderem aus dem gre­go­ri­an­is­chen Hym­nus „O locum cul­tu potiore dignum“, der am Fest des Heili­gen Mau­ri­tius im Stun­denge­bet der Augustin­er­mönche gesun­gen wird.
Das Stück wech­selt zwis­chen frei angelegten und mehr fig­u­ra­tiv­en Teilen, wobei bemerkenswert­er­weise etwa in der Mitte eine Art „Entschle­u­ni­gung“ stat­tfind­et. In her­ber Klang­sprache gehal­ten, gestal­tet sich der Man­u­al­part bisweilen etwas knif­flig, während sich das Ped­al­spiel mehr oder weniger auf Liegetöne beschränkt. Beson­ders in den freieren Teilen ist das Werk con fan­ta­sia zu spie­len und endet nach nur weni­gen Minuten Dauer mit einem mon­u­men­tal-akko­rdis­chen Schluss. In sein­er Fak­tur rhap­sodisch angelegt und durch den teil­weise stark impro­visatorischen Duk­tus ist es daher eine Toc­ca­ta im ursprünglichs­ten und besten Sinne.
 
Chris­t­ian von Blohn