Hakim, Naji

Suite française für Orgel

Verlag/Label: Schott Music, ED 21602
erschienen in: organ 2014/02 , Seite 63

Die Suite française ist eine musikalis­che Hom­mage Hakims an Frankre­ich und seine Tänze des Grand Siè­cle im 16. und 17. Jahrhun­dert. In zwölf kurzen Sätzen verbindet er unter­schiedlich­ste Tanz­for­men mit The­men­z­i­tat­en aus der Renais­sance und des frühen Barock, gre­go­ri­an­is­che Motive und Melo­di­en aus der Volksmusik mit jew­eils typ­is­chen Reg­is­terkom­bi­na­tio­nen der klas­sis­chen franzö­sis­chen Reg­istri­er­prax­is. Dabei erweist sich der Kom­pon­ist als absoluter Meis­ter der kleinen For­men, da bed­ingt durch die Kürze der Sätze weniger die Ver­ar­beitung der The­men im Sinne des Kom­ponierens als das Arrange­ment der Melodievor­la­gen im Kon­text ihres Ursprungs, Aus­drucks und der gewählten Regis­trierung im Vorder­grund ste­ht. Und Hakim trifft jew­eils genau auf den Punkt!
Die Suite mit ihren Sätzen „Entrée sur les Grands Jeux“ (1), „Flûtes“ (2), „Dia­logue de Cro­morne et de Cor­net“ (3), „Pre­mier Plein Jeu“ (4), „Fonds et Voix Humaine“ (5), „Duo“ (6), „Nasard“ (7), „Basse de Gambe“ (8), „Dia­logue de Tierce et de Pres­tant“ (9), „Dessus de Trompette“ (10), „Cla­iron en Taille“ (11), „Deux­ième Plein Jeu“ (12) und dem abschließen­den „Final en Ron­deau (Grands Jeux)“ ver­langt natür­lich eine min­destens zweiman­u­alige Orgel mit entsprechen­dem franzö­sis­chem Kolorit. Sie ist beispiel­sweise als tänz­erisch-bril­lantes und konz­er­tantes Pen­dant zu ein­er entsprechen­den Kom­po­si­tion aus dem franzö­sis­chen Barock eine bravouröse Ergänzung.

Ste­fan Kagl