Büsing, Otfried

Polychromie (Chaconne)

für dreimanualige Orgel mit elektronischer Setzeranlage (2013)

Verlag/Label: edition gravis, eg 2047
erschienen in: organ 2013/03 , Seite 63

Die Par­ti­tur für dreiman­u­alige Orgel mit elek­tro­n­is­ch­er Set­zer­an­lage und Walze ist sehr gut aus­gear­beit­et. Als Spiel­d­auer sind ca. 5:30 Minuten angegeben, nach Durch­sicht der Par­ti­tur ist aber eher mit ein­er län­geren Spiel­d­auer zu rech­nen. Im Vor­wort heißt es: „Die Angaben zur Aus­führung von Poly­chromie sind am Instru­ment der Urauf­führung, der Rieger-Orgel (1980) der Chris­tus­kirche in Freiburg, ent­wi­ckelt wor­den. Die Dis­po­si­tion geht auf den dama­li­gen Chris­tuskan­tor und -organ­is­ten Horst Hempel (1934–88) zurück, der als bedeu­ten­der Inter­pret sowohl klas­sis­ch­er als auch beson­ders avant­gardis­tis­ch­er Orgel­musik und als Kom­pon­ist her­vor­ge­treten ist.“ Das Freiburg­er Instru­ment ver­fügt über einen 4000-fachen elek­tro­n­is­chen Set­zer.  
Otfried Büs­ing (geb. 1955) fügt in sein­er Nota­tion die Reg­is­terangaben auf eige­nen Zeilen unter den Noten ein. Dadurch sind sie sowohl in der Vor­bere­itung durch Pro­gram­mierung als auch in der Aus­führung durch den Reg­is­tran­ten oder Spiel­er per­fekt vor­bere­it­et. Die spiel­freudi­ge Musik ist durch polymet­rische Takt- und Satzwech­sel gekennze­ich­net. Arpeg­gien, Triller, Rep­e­ti­tio­nen, Akko­rde und Läufe bes­tim­men das Klang­bild. Ein beson­deres Merk­mal ist Büs­ings Fähigkeit, die Orgel zu „instru­men­tieren“, indem er ver­schiedene Tech­niken und Fuß­ton­la­gen auch im Unisono aus­for­muliert und so zu sehr aparten Klang­far­ben und Reg­is­ter­mis­chun­gen find­et. Clus­ter und Mix­tu­rakko­rde sowie die Einar­beitung ein­er ver­langten Wind­drossel ergeben eine far­bige, abwech­slungsre­iche und kurzweilige Musik, deren Auf­führung höchst lohnenswert ist.

Dominik Susteck