Glauser, Max (*1937)

Mister Mendelssohn go strange

Sechs Stücke für Orgel

Verlag/Label: PAN 38
erschienen in: organ 2015/03 , Seite 63
… Ganz anders kommt der Band Mis­ter Mendelssohn go [sic!] strange von Max Glauser daher, der eben­so wie Plan­yavsky ein Schüler von Anton Heiller (1923–79) war. Der Titel der Samm­lung ist ein wenig irreführend und wohl eher aus verkauf­sstrate­gis­chen Grün­den gewählt, ist am Ende darin doch nur ein einziges Stück von Mendelssohn, sein berühmter „Hochzeits­marsch“, als Bear­beitung enthal­ten. Die anderen Werke basieren auf teil­weise allzu bekan­nten Jazz-Stan­dards wie dem St. Louis-Blues So what von Miles Davis (hier „Miles David“ geschrieben – man verzei­he den Druck­fehler), ein­er kurzen Eigenkomposi­tion (Peanuts) und zwei Schweiz­er Volk­sliedern (Emmen­taler Hochzeits­marsch, Vari­a­tio­nen über „S’isch äben e Mön­sch uf Aerde“). 
Die Stücke sind ins­ge­samt recht solide und gekon­nt geset­zt und teil­weise gar nicht so ein­fach zu spie­len. Für die Stan­dards sollte man allerd­ings ein klein wenig Gespür für das Jazz­id­iom wie die ternäre Rhyth­mik etc. mit­brin­gen. Die Ver­wend­barkeit gibt der Kom­pon­ist, der ja als ausüben­der Organ­ist selb­st in der spielerischen Prax­is ste­ht, als vielfältig an: für Ama­teure und Profis, in Konz­erten und – eine sin­nvolle Platzierung voraus­ge­set­zt – auch im litur­gis­chen Rah­men.
 
Chris­t­ian von Blohn