Enjott Schneider

Maria

Elegie für Orgel

Verlag/Label: 12 Seiten, Schott Music, ED 22844
erschienen in: organ - Journal für die Orgel 2026/01 , Seite 57

Der 1950 in Weil am Rhein geborene Enjott Schneider hat sich verschiedenste Genres zu eigen gemacht. Klassisch ausgebildet in Klavier, Trompete und Orgel, war er gleichzeitig als Keyboarder in Bands tätig. Auch als Hochschullehrer und Komponist ist er in verschiedenen Stilistiken zu Hause: von klassischer bis zur Pop-, Jazz- und Filmmusik. Dabei versucht er, kompositorisch unterschiedliche Richtungen zu
einer Synthese zusammenzuführen, was seiner Musik große Aktualität verleiht. Sein Œuvre ist inzwischen sehr vielfältig und umfangreich. Zu seinen zahlreichen bereits edierten Orgelwerken ist nun das 2017 komponierte Maria (Elegie für Orgel) dazugekommen. Dabei handelt es sich um eine Meditationsmusik über das berühmte Gnadenbild Mariahilf von Lukas Cranach d. Ä. im Innsbrucker Dom.
Die Musik ist kontemplativ angelegt. Wie ein roter Faden zieht sich ein „Pastorale-Rhythmus“ durch die ganze etwa fünfminütige Komposition. Das Werk existiert auch in einer sehr reizvollen kammermusikalischen Fassung für Orgel und Oboe (oder Flöte, Klarinette, Sopransaxofon). Wenn man sich an eine Interpretation der Solofassung wagt, hielte ich es für ratsam, sich zuvor eine der inzwischen zugänglichen Aufnahmen der Fassung für Orgel und Blasinstrument anzuhören. Damit bekommt man eine Idee für die Realisierung der dialogisierenden Passagen zwischen den unterschiedlichen Manualen und da­rüber hinaus ein Vorbild hat für die Tongestaltung der äußerst modulationsfähigen Blasinstrumente. Diese kann man mit der Orgel zwar nicht erreichen, sollte ihr aber mit den verfügbaren Mitteln (mechanische Traktur und Schwellwerk, Artikulation, Agogik etc.) möglichst nahekommen.

Christian von Blohn

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