Hindemith, Paul
Kammermusik No. 7
Concerto for Organ and Chamber Orchestra op. 46 No. 2 (komp. 1927), Taschenpartitur
Hindemith komponierte seine Sieben Kammermusiken, die der einhelligen Meinung vieler prominenter Hindemith-Kenner zufolge zu den bedeutendsten Kammermusikschöpfungen der 1920er Jahre überhaupt gehören, zwischen 1921 und 1927. Das letzte Werk in dieser Sequenz sieht auch eine konzertierende Orgel im Ensemble des kammermusikalisch instrumentierten Orchesterapparats vor, der seinerseits auffällig bläserlastig ist.
Hinsichtlich dynamischer oder registrierpraktischer Empfehlungen hält sich die übersichtliche Partitur zurück, lässt dadurch auf der anderen Seite zugleich auch viele unterschiedliche orgelspezifische Varianten ad libitum zu. Die betont kontrapunktisch inspirierte Diktion Hindemiths lässt sich hingegen auch mit einer kleineren Disposition auf einem zweimanualigen Instrument noch einigermaßen adäquat darstellen. Das dreisätzige Werk folgt dem üblichen Konzertsatzschema schnell
langsam ( schnell). Als reizvolles Kammerkonzert mit obligat musizierender Orgel, das sich aufgrund der überschaubaren Besetzungsgegebenheiten auch im kleineren konzertanten Rahmen verwirklichen lässt, vervollständigt es Hindemiths Orgelkompositionen (drei Orgelsonaten, zwei Stücke, Konzert für Orgel und Orchester). Man kommt im Hindemith-Jahr 2013 auch als Organist kaum an dem bedeutenden Jubilar vorbei, und es zeigt sich dabei stets aufs Neue, welch begründet prominenten Ort gerade seine Orgelwerke im orgelmusikalischen Repertoirekontext in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für sich beanspruchen können.
Jörg Abbing