Hindemith, Paul

Kammermusik No. 7

Concerto for Organ and Chamber Orchestra op. 46 No. 2 (komp. 1927), Taschenpartitur

Verlag/Label: Edition Eulenburg No. 1469
erschienen in: organ 2013/02 , Seite 60

Hin­demith kom­ponierte seine Sieben Kam­mer­musiken, die der ein­hel­li­gen Mei­n­ung viel­er promi­nen­ter Hin­demith-Ken­ner zufolge zu den bedeu­tend­sten Kam­mer­musikschöp­fun­gen der 1920er Jahre über­haupt gehören, zwis­chen 1921 und 1927. Das let­zte Werk in dieser Sequenz sieht auch eine konz­ertierende Orgel im Ensem­ble des kam­mer­musikalisch „in­strumentierten“ Orch­ester­ap­pa­rats vor, der sein­er­seits auf­fäl­lig bläser­lastig ist.
Hin­sichtlich dynamis­ch­er oder regis­trierpraktischer Empfehlun­gen hält sich die über­sichtliche Par­ti­tur zurück, lässt dadurch auf der anderen Seite zugle­ich auch viele unter­schiedliche orgel­spez­i­fis­che Vari­anten ad libi­tum zu. Die betont kon­tra­punk­tisch inspiri­erte Dik­tion Hin­demiths lässt sich hinge­gen auch mit ein­er kleineren Dis­po­si­tion auf einem zweiman­u­ali­gen Instru­ment noch einiger­maßen adäquat darstellen. Das dreisätzige Werk fol­gt dem üblichen Konz­ert­satzschema schnell
– langsam (– schnell). Als reizvolles Kam­merkonz­ert mit oblig­at musizieren­der Orgel, das sich auf­grund der über­schaubaren Beset­zungs­gegeben­heit­en auch im kleineren konz­er­tan­ten Rah­men ver­wirk­lichen lässt, ver­voll­ständigt es Hin­demiths Orgelkom­po­si­tio­nen (drei Orgel­sonat­en, zwei Stücke, Konz­ert für Orgel und Orch­ester). Man kommt im Hin­demith-Jahr 2013 auch als Organ­ist kaum an dem bedeu­ten­den Jubi­lar vor­bei, und es zeigt sich dabei stets aufs Neue, welch begrün­det promi­nen­ten Ort ger­ade seine Orgel­w­erke im orgel­musikalis­chen Reper­toirekon­text in der ersten Hälfte des 20. Jahrhun­derts für sich beanspruchen können.

Jörg Abbing