Freiburger Kantorenbuch zum Gotteslob

+ CD Psalmgesänge zum Gotteslob (CV 19.035/99)

Verlag/Label: Carus 19.035/10
erschienen in: organ 2014/03 , Seite 56
Schon seit Jahren macht das Erzbis­tum Freiburg mit ein­er Rei­he von qual­i­ta­tiv her­aus­ra­gen­den kirchen­musikalis­chen Edi­tio­nen auf sich aufmerk­sam, wie zum Beispiel mit den bei­den Freiburg­er Chor­büch­ern, dem Kinder­chor­buch oder dem Freiburg­er Orgel­buch. Seit seinem ersten Erscheinen 2006 hat das Freiburg­er Kan­toren­buch große Ver­bre­itung gefun­den, da die Psalm­mod­elle in ihrer Dur-Moll-Tonal­ität leicht zu musizieren sind. Das bewährte Mod­ell wurde nun hin­sichtlich des neuen Gottes­lob kom­plett über­ar­beit­et und an die neuen Kehrverse angepasst. Wo es an Kan­toren fehlt, kön­nen auch erfahrene Chorsän­gerin­nen und -sänger nach entsprechen­der Unter­weisung diese Psalmen gut bewälti­gen.
Das neue römisch-katholis­che Gebet- und Gesang­buch Gottes­lob, das nach jahre­langer Vor­bere­itungsphase inzwis­chen in den meis­ten deutschen Diöze­sen Einzug gehal­ten hat, hat eine Rei­he flankieren­der Zusatzpub­lika­tio­nen nach sich gezo­gen. Dazu zählt auch das vor­liegende Freiburg­er Kan­toren­buch, das jet­zt bei Carus erschienen ist.
Auch dies­mal darf man das edi­torische Ergeb­nis als gelun­gen beze­ich­nen. So enthält das Kan­toren­buch sämtliche Antwortp­salmen für die Sonn- und Feiertage der drei Lese­jahre des Jahreskreis­es. Nicht enthal­ten sind die Hal­lelu­ja-Rufe bzw. Rufe vor dem Evan­geli­um – dafür benötigt man ein sep­a­rates „Hal­lelu­ja-Buch“. Alle Kehrverse und Psalmen sind mit leicht aus­führbaren Orgel­sätzen unter­legt, so dass das Buch gle­ichzeit­ig von Kan­toren und Organ­is­ten als prak­tis­che Aus­gabe benutzt wer­den kann. Der Druck ist gut les­bar, das Lay­out ansprechend gestal­tet. Wen­de­tech­nisch muss man entwed­er gar nicht blät­tern oder nur an unprob­lema­tis­chen Stellen – vor allem die Organ­is­ten wer­den dafür dankbar sein.
Der deutsche Wort­laut ori­en­tiert sich am bewährten Münsterschwar­z­acher Psalter, die Rez­i­ta­tion­s­mod­elle sind von englis­chen Vor­bildern inspiri­ert – eine sehr eingängige Art der Umset­zung im Gegen­satz zu manchen sprö­den Mod­ellen älter­er ver­gle­ich­bar­er Aus­gaben.
Zusät­zlich hat Carus eine CD mit Psalmgesän­gen zum Gottes­lob und exem­plar­ischen Demon­stra­tio­nen aus dem Kan­toren­buch her­aus­ge­bracht. Chris­tine Müller (Mezzo­sopran), Jür­gen Ochs (Tenor), Michael Meuser (Orgel) und eine Sänger­schola demon­stri­eren nicht nur in anschaulich­er und ansprechen­der Weise, wie das Kan­toren­buch prak­tisch umge­set­zt wer­den kann, son­dern zeigen darüber hin­aus eine bre­ite Palette an Möglichkeit­en, wie ein Antwortp­salm kun­stvoll gestal­tet wer­den kann: Von der reinen Orgelver­to­nung (Johann Niko­laus Hanff, Her­bert How­ells) über anspruchsvolle Werke in der Art eines Geistlich­es Konz­erts von Clau­dio Mon­tever­di oder Hein­rich Schütz bis hin zum Geistlichen Kun­stlied (Max Reger) und auch mod­erneren Psalmver­to­nun­gen (Arthur Honeg­ger) sind hier etliche Stile und Typen kalei­doskopar­tig ver­sam­melt. Da der Antwortp­salm in vie­len Gemein­den gestal­ter­isch immer noch recht „stiefmüt­ter­lich“ behan­delt wird, z. B. durch das ein­fache Absin­gen mehr oder weniger passender Lied­stro­phen, gibt die CD in her­vor­ra­gen­der Weise Anre­gun­gen, wie dif­feren­ziert, ein­fall­sre­ich und fes­tlich man diesen Part des Gottes­di­en­stes auch aus­füllen kann.
 
Chris­t­ian von Blohn