English Organ Music of the 18th and 19th Centuries

Verlag/Label: Edition Peters, EP 72533
erschienen in: organ 2014/04 , Seite 59

Die britis­che Orgelkul­tur erfreut sich aktuell auch hierzu­lande gesteigert­er Beliebtheit. Ver­ständlich, dass ein­schlägige Noten­veröf­fentlichun­gen nun Kon­junk­tur haben und wie Pilze aus dem Boden sprießen. Bei der vor­liegen­den Aus­gabe aus dem tra­di­tion­sre­ichen Ver­lagshaus Peters scheint indes nicht wirk­lich Herzblut im Spiel gewe­sen zu sein, han­delt es sich doch ganz offen­sichtlich um eine recht beliebige Zusam­men­stel­lung von über­wiegend Vol­un­taries der bekan­nten Tallis­to Wes­ley-Rei­he. Erkennbare motivierende Edi­tion­skri­te­rien für diese Aus­gabe sucht der Benutzer vergebens, eben­so die heute zum Stan­dard gehören­den Infor­ma­tio­nen zu Kom­pon­ist, Werk und Quel­len­lage – zumin­d­est bei alter Musik.

Mit Aus­nahme der bei­den Stücke von Thomas Attwood Walmis­ley sind sämtliche Werke dieses Ban­des man­u­aliter darstell­bar. Die Vol­un­taries von Alcock, Boyce Greene, Stan­ley und Wes­ley gestal­ten sich alle nach einem mehr oder weniger ein­heitlichen Schema: An eine langsame Ein­leitung schließt sich ein schneller Satz an. Einzig John Stan­leys Vol­un­tary in D minor op. 5, Nr. 8 fällt mit der dre­it­eili­gen Satz­folge ‚schnell – langsam – schnell‘ etwas üppiger aus.

Wer leicht-gefäl­lige Musik aus Eng­land sucht, der dürfte in dieser Samm­lung sicher­lich fündig wer­den. Spiel­tech­nisch wer­den kein­er­lei hö­here Anforderun­gen an den Spiel­er gestellt. Und mit etwas Gespür für effek­tvolle Reg­istrierun­gen klin­gen die Werke auch bei beschei­den­em Reg­is­ter­fun­dus apart. Ein authen­tisch englis­ches Instru­ment ist dabei nicht zwin­gend erforder­lich. Zwei Man­uale soll­ten es aber schon sein, um mit entsprechen­den Aliquot-Mis­chun­gen (oder ein­er Zunge) etwas Farbe ins Spiel zu brin­gen.

Mit 9,95 Euro ist das kom­pak­te Bänd­chen zu Unter­richt­szweck­en auch für ange­hende Organ­is­ten erschwinglich. Das Druck­bild überzeugt in bewährter Peters-Qual­ität.

Wolf­gang Valerius