Roberts Coates

Ellinor’s Lullaby

for Organ with pedal, op. 108

Verlag/Label: Cantando Musikkforlag
erschienen in: organ - Journal für die Orgel 2020/04 , Seite 62

[…] Robert Coates ist eben­falls ein Englän­der, den es nach sein­er Aus­bil­dung am Lon­don­er „Roy­al Col­lege of Music“ 1981 nach Nor­we­gen ver­schla­gen hat. Doch gän­zlich anders als sein Kol­lege und Lands­mann Miller ist er kein the­o­retisieren­der Kom­pon­ist. Ellinor’s Lul­la­by, kom­poniert für den Tauf­gottes­di­enst von Elli­nor Vor­ren Coates, macht seinem Namen alle Ehre und kommt ganz und gar unprä­ten­tiös daher: ein­fach­ste, gefäl­lige Har­monik, wieder­erkennbare, sequen­zierende Melodik, das Ganze knapp sechs Minuten in rein­stem D‑Dur. Gut vorstell­bar, dass das Kind ob solch ein­lul­len­der Musik den Gottes­di­enst still und brav ver­schlafen und die Taufez­er­e­monie ohne Protest über sich erge­hen lassen hat. Ein Ver­such bei der näch­sten Taufe wäre es Wert …

[…] Abschließend noch ein Wort zu den hier besproch­enen Note­naus­gaben bzw. zum Ver­lag Can­tan­do. Was in früheren Zeit­en der geübte Notenset­zer mit Blick auch auf ein ästhetis­ches Erschei­n­ungs­bild war, wird heute durch entsprechende Noten­schreibpro­gramme – zumeist von den Autoren selb­st – gener­iert. Da hat man dann immer wieder hal­bleere Seit­en vor sich, und jede Aus­gabe zeich­net sich durch wech­sel­nde, weil unter­schiedliche Schrift- bzw. Noten­größen aus. Alles wirkt sehr wie ein Do-it-your­self. Sollte man da nicht inner­halb eines Ver­lagshaus­es auf eine gewisse Ein­heitlichkeit in der Erschei­n­ung acht­en? Ander­er­seits: Die schöns­ten Noten­bände nutzen nie­man­dem, wenn sie fein säu­ber­lich aufgerei­ht im Regal ste­hen und ein Leben als tote Materie führen.

Wolf­gang Valerius