Chostakovitch, Dimitri

Confession • Cáthedrale

Deux pièces originales pour orgue

Verlag/Label: Chant du monde, OR4899
erschienen in: organ 2015/01 , Seite 59
Dim­itri Schostakow­itsch, uns nor­maler­weise bess­er bekan­nt durch seine Sin­fonik und sein Opern­schaf­fen, rei­ht sich auch in eine Rei­he berühmter Namen ein, die in der ersten Hälfte des ver­gan­genen Jahrhun­derts etliche Film­musiken schufen (Hin­demith, Korn­gold etc.), welche heute oft zu Unrecht vergessen oder in ihrer Bedeu­tung nicht gewürdigt wer­den, lange vor ein­er heute etablierten Größe wie beispiel­sweise John Williams und zum Teil auf beachtlichem Niveau.
Aus der Film­musik zu Le Taon (Die Bremse) hat der Ver­lag Chant du Monde zwei Orgel­stücke (Con­fes­sion, Cathé­drale) extrahiert und bere­its 1993 veröf­fentlicht. Da an Orgel­w­erken Schostakow­itschs eigentlich nur die von ihm selb­st für das Instru­ment bear­beit­ete Passaca­glia aus sein­er Oper Lady Mac­beth von Mzen­sk bekan­nt ist, wird sich so manch­er über diese bei­den schö­nen, recht schlicht­en Stücke freuen. Con­fes­sion, eben­falls als Pas­sacaglia gear­beit­et, aber viel leichter und kürz­er als das berühmte Schwest­er­stück, endet selt­samer­weise dom­i­nan­tisch, wobei im Orig­i­nal die Musik nach dem let­zten Themenein­satz noch etwas weit­erge­führt und zu einem tonikalen Abschluss gebracht wird. Ähn­lich ver­hält es sich mit dem noch ein­fach­er zu spie­len­den, choralähn­lichen Cathé­drale, bei dem in der Film­musik nach einem bewegten Mit­tel­teil der A-Teil größ­ten­teils wieder­holt und in g-Moll zu Ende gebracht wird. Außer­dem hält sich die Bear­beitung har­monisch und melodisch nicht immer genau an die Vor­lage. Ob es sich bei diesen bei­den Stü­cken daher wirk­lich um Orig­i­nale in Autorschaft des Kom­pon­is­ten han­delt, sei deshalb ein­mal dahingestellt.
 
Chris­t­ian von Blohn