Krebs, Johann Ludwig

Ausgewählte Orgelwerke, Band 2: Orgeltrios

hg. von Felix Friedrich

Verlag/Label: Schott Music, ED 21152
erschienen in: organ 2014/01 , Seite 63

Wer kün­ftig Johann Lud­wig Krebs spie­len möchte, hat nun die Auswahl zwis­chen der all­seits bekan­nten Bre­itkopf-Aus­gabe und der Neuaus­gabe bei Schott. Über die Qual­ität der Orgel­w­erke, namentlich der hier pub­lizierten Trios, muss kaum ein Wort ver­loren wer­den. Ger­ade kam­mer­musikalisch geprägten Stück­en galanten Stils macht der wohl berühmteste Bach-Schüler seinem Meis­ter alle Ehre.
Bei­de Gesam­taus­gaben mit Urtex­tanspruch treten so unweiger­lich in eine gewisse Konkur­renz zueinan­der. Tat­säch­lich fällt das Votum für die eine oder die andere Edi­tion schw­er. Mit Ger­hard Wein­berg­er und Felix Friedrich waren aus­gewiesene Experten für die Orgelkom­po­si­tio­nen der Bach-Nach­fol­ge­gen­er­a­tion am Werk. Erhe­bliche Unter­schiede im Noten­text waren bei Stich­proben nicht auszu­machen und so wer­den sich die Entschei­dungskri­te­rien auf jew­eils eher per­sön­liche Geschmacks­fra­gen beschränken.
Der kri­tis­che Bericht ist bei Schott der Aus­gabe beige­fügt, was im Zweifels­fall eine Hil­fe sein kann, während er zumin­d­est für die neueren Aufla­gen der Bre­itkopf-Edi­tion auf der Ver­lagshome­page herun­terge­laden wer­den kann. Das Druck­bild ist in bei­den Fällen tadel­los, nach sub­jek­tiv­er Ein­schätzung des Rezensen­ten bietet allerd­ings der etwas kernigere Noten­stich bei Bre­itkopf dem Auge mehr Anker­punk­te. Schließlich kön­nte die Beschaf­fen­heit des heimis­chen Noten­pults den Auss­chlag für Hoch- (Schott) oder Quer­for­mat (Bre­itkopf) geben.

Axel Wilberg