Vetter, Johannes

Adjutant des Heiligen Geistes

Zum Tode von Gerd Zacher

erschienen in: organ 2014/03 , Seite 8
„Kein Deutscher macht mehr Wind für die Neue Musik als der Essener Organist Gerd Zacher“, schrieb „Der Spiegel“ im Jahre 1972. Was trieb den ansonsten eher leisen und sehr eleganten Mann, der am 9. Juni diesen Jahres verstarb, zu jenem ziemlich aufrührerischen Engagement? Es ist das blanke Entsetzen, schreibt Johannes Vetter, das Paul Klee seinem „Angelus Novus“ ins Gesicht geschrieben hat. Walter Benjamin nennt ihn den „Engel der Geschichte“: „Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert.“
Musikalis­ches Schrift­tum Gerd Zach­ers
_„Analyse der Orgel – ein Inter­pre­ta­tion­skurs“, in: Inter­na­tionale Ferienkurse für neue Musik 26 (1972), Mainz u. a. 1973. (= Darm­städter Beiträge zur neuen Musik, Band 13)
_„Bach gegen seine Inter­pre­ten vertei­digt. Auf­sätze 1987–1992“ (= Musik-Konzepte 79/80 ), München 1993
_„Beobachtungen an Erik Saties Messe des pau­vres“, in: Erik Satie (Musik-Konzepte 11), München 21988, S. 48–63
_„Canonische Verän­derun­gen, BWV 769 und 769 a“, in: Johann Sebas­t­ian Bach – Das speku­la­tive Spätwerk (= Musik-Konzepte 17/18), München 21999, S. 3–19
_„Der geheime Text des Con­tra­punc­tus IV von Bach (Anre­gun­gen der Sprache für die Aus­prä­gung von Musik)“, in: Ste­fan Klöck­n­er (Hg.): Gode­hard Jop­pich zum 60. Geburt­stag, Regens­burg 1992, S. 219–37
_„Die Erfahrung der Abwe­sen­heit Gottes in der Musik des 20. Jahrhun­derts“, in: Wolfhart Pan­nen­berg (Hg.): Die Erfahrung der Abwe­sen­heit Gottes in der mod­er­nen Kul­tur, Göt­tin­gen 1984, S. 137–59
_Die Kun­st ein­er Fuge, Beglei­theft zur Wer­go-CD 61842, Mainz 1990.
_„Die riskan­ten Beziehun­gen zwis­chen Sonate und Kirchen­lied: Mendelssohns Orgel­sonat­en op. 65 Nr. 1 und 6“, in: Felix Mendelssohn Bartholdy (= Musik-Konzepte 14/15.), München 1980, S. 34–45
_„Eine Fuge ist eine Fuge ist eine Fuge (Liszts B-A-C-H-Kom­po­si­tion für Orgel)“, in: Musik und Kirche 47 (1977), S. 15–23
_„Erfahrungen bei der Inter­pre­ta­tion graphisch notiert­er Orgel­musik“, in: Rund­brief des LKMD der Ev.-Luth. Lan­deskirche Schleswig-Hol­steins, Dezem­ber 1966, S. 8 f.
_„Frescobaldi und die instru­men­tale Redekun­st“, in: Musik und Kirche 45 (1975), S. 54–64
_„,Ich kenne des Men­schen nicht‘: ein musik­wis­senschaftlich­es Dilem­ma“ (zu Bachs Kun­st der Fuge, Con­tra­punc­tus XI), in: Musik und Kirche 56 (1986), S. 298/99
_„Komponierte For­man­ten“, in: Aimez-vous Brahms ‚the Pro­gres­sive‘? (= Musik-Konzepte 65), München 1989, S. 69–75
_„Livre d’orgue – eine Zumu­tung“, in: Olivi­er Mes­si­aen (= Musik-Konzepte 28), München 1982, S. 92–107
_„Materialsammlung zu Dieter Schnebels Choralvor­spie­len“, in: Dieter Schnebel (= Musik-Konzepte 16), München 1980, S. 12–22
_„Max Reger. Zum Orgel­w­erk“, in: Musik-Konzepte 115, München 2002
_„Meine Erfahrun­gen mit der ‚Impro­vi­sa­tion ajoutée‘“, in: Wern­er Klüp­pel­holz (Hg.): Kagel, Köln 1991, S. 136–54
_„Orgelmusik vor 20, 30 Jahren, als unsere Gegen­wart noch Zukun­ft war“, in: Acta Organolog­i­ca 17 (1984), S. 406–15
_„Randbemerkungen über das Zählen in Schön­bergs ‚Ein Über­leben­der aus Warschau‘“, in: Arnold Schön­berg (= Musik-Konzepte Son­der­band), München, 1980, S. 146–50
_„Schöpferische Tra­di­tion statt His­toris­mus“, in: Acta Organolog­i­ca 17 (1984), S. 184–207
_„Über eine vergessene Tra­di­tion des Legatospiels“, in: Musik und Kirche 43 (1973), S. 166–71
_„Werkzeug Orgel“, in: Der Kirchen­musik­er 5/1968, S. 1–4
_„Zu Anton Weberns Bachver­ständ­nis“, in: Anton Webern I (= Musik-Konzepte Son­der­band), München 1983, S. 290–305