Estermann, Kurt

A fansye (2010) für Orgel solo

Verlag/Label: Doblinger 02497
erschienen in: organ 2014/04 , Seite 59

Kurt Ester­manns (*1960) Kom­po­si­tion ist dem Wiener Organ­is­ten und Kom­pon­is­ten Peter Planyavsky gewid­met. Sie „wurde zum 500-jähri­gen Beste­hen der Van Cov­e­lens-Orgel in Alk­maar [Nieder­lande] geschrieben und an der Ebert-Orgel in Inns­bruck anlässlich ihres 450-jähri­gen Jubiläums uraufge­führt“. Das Stück „will die Möglichkeit­en des muse­al-his­torischen Instru­men­tar­i­ums mit zeit­genös­sis­chen Ele­menten verbinden, etwas im Sinn von ‚was war, was ist, was sein wird‘“.

Die Musik ist leicht wie eine Impro­vi­sa­tion. Ihre Fig­uren ver­lieren sich. Kaum ein Abschnitt prägt eine Melodie aus. Alber­ti-Bässe, Ton­leit­ern, Rep­e­ti­tio­nen, ein ruhiger Abschnitt, Terzket­ten, dann wieder Läufe mit Akko­r­den und zum Schluss Wech­sel­noten mit wech­sel­nden Dur-Akko­r­den bes­tim­men das Noten­bild. Ganz aus iro­nis­ch­er Per­spek­tive über­schreibt Ester­mann den Titel A fan­sye im Vor­wort: „Die einzel­nen Abschnitte sind als Ver­for­mungen ähn­lich zu ver­ste­hen wie der ver­ball­hornte Titel – oder wie es Thomas Mor­ley es 1597 aus­drück­te: ‚may more art be showne than in any oth­er musicke‘.“

Dominik Susteck