Wilhelm Kümpel
24 Meditationen für Orgel
hg. von Heinz-Walter Schmitz
Wilhelm Kümpel (1920–2000) war Zeit seines Lebens ein Mann der kirchenmusikalischen Praxis. Er kannte nicht nur aus eigener Erfahrung die anspruchsvollen Aufgaben an einer Domkirche, sondern wusste auch um die Anforderungen, wie sie an Kirchenmusiker in der Fläche jenseits der großen Städte gestellt werden. Kümpel, von 1950 bis 1994 Domorganist zu Erfurt, war während dieser Zeit kontinuierlich mit der C- und B-Ausbildung betraut. Womöglich hat ihn diese langjährige Lehrtätigkeit inspiriert, über Jahre hinweg seine 24 „Zwischenspiele“ zu schreiben, die nun gesammelt als 24 Meditationen veröffentlicht wurden – „zum Gebrauch bei der Kommunionausteilung in der katholischen Kirche“, wie Herausgeber Heinz-Walter Schmitz anmerkt.
Alle Stücke sind leicht ausführbar, verlangen aber weitestgehend ein zweimanualiges Instrument mit selbstständigem Pedal. Eine gut gebaute Dorforgel reicht zur Darstellung völlig aus. Was Kümpel hier komponiert, ist aber alles andere als Dorforgel-Musik, im Gegenteil: Es sind stets sehr inspirierte und originelle Meditationen ruhigen Charakters, mal tänzerisch in punktierten Rhythmen, mal sanft fließend, klanglich der Sprache der 1950er Jahre zuzuordnen (Quart- und Quintharmonik). Es lohnt, sich mit ihnen zu beschäftigen.
Christoph Schulte im Walde


