Förderverein Georgsorgel (Hg.)

Die Orgel in St. Georg zu Amberg

Das neue Instrument und seine Historie

Verlag/Label: Friedrich Pustet, Regensburg 2026, 192 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, Lesebändchen, 19,95 Euro
erschienen in: organ - Journal für die Orgel 2026/03 , Seite 56

Mit der Einweihung der neuen Klais-Orgel beginnt ein neues Kapitel in der rund 600-jährigen Orgelgeschichte der Pfarrkirche St. Georg zu Amberg. Ausgehend von der gotischen Schwalbennestorgel um 1425 über die 1767 erbaute Orgel der Gebrüder Funtsch, diverse Um- und Neubauten bis hin zum neuen Instrument im historischen Gehäuse, gibt diese Publikation Aufschluss über die wechselvolle Orgelgeschichte von St. Georg.
Die in Amberg ansässige bedeutende Orgelbauerfamilie Funtsch prägte den oberpfälzischen Orgelbau im 18. Jahrhundert maßgeblich. Der 1710 geborene Johann Konrad Funtsch und sein jüngerer Bruder Johann Adam Funtsch sind in den 1760er Jahren wohl auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskunst und können mit den Orgeln in der Wallfahrtskirche am Habsberg und in St. Georg 1767 gleich zwei bedeutende Aufträge einholen. Glück­licherweise ist die Orgel auf dem Habsberg weitgehend erhalten und bei der Restaurierung durch Klais 1972 detailliert dokumentiert worden. Diesem außergewöhnlichen In­strument ist ein eigenes Kapitel im Buch gewidmet, verfasst von Hans-Wolfgang Theobald.
Aber zurück nach Amberg. Nachdem 1604 die Schwalbennestorgel an der Südwand abgebrochen worden war, beginnt erst mit der Funtsch-Orgel am neuen und heutigen Standort auf der Westempore ein neues Kapitel. Leider ist vom größten Instrument, das die Gebrüder Funtsch gebaut haben, nur noch das Gehäuse erhalten. Dieses beheimatete im Laufe der Zeit gleich mehrere Instrumente, die teils dem Zeitgeist zum Opfer fielen, teils aus klanglichen Gründen oder wegen gewagter Konstruktion wieder verworfen wurden. In Amberg hat man aus der Geschichte gelernt: Das neue Instrument soll nur so groß sein, wie es technisch im Gehäuse Platz finden kann, und der Prospekt soll mit dem Klang wieder eine Einheit bilden. Die kleine Schwester am Habsberg bietet einen idealen Fundus, um sich bei der Intonation des neuen Werks dem einstigen Farbenreichtum annähern zu können.
In der vorliegenden Publikation finden sowohl Fachleute als auch interessierte Laien ein breites Spektrum an Beiträgen zur Geschichte von den baulichen Spuren der gotischen Orgel bis hin zur Entstehung des Konzepts für die neue Klais-Orgel, über Bauliches, über die Orgelbaufirma Klais, zur Verwendung der Orgel in Liturgie und Konzert, vor allem aber über die äußerst beachtliche Habsberger Orgel. Ein kurzes Porträt würdigt auch den Orgelsachverständigen Gerhard Siegl.
Der schwierige Spagat, sowohl dem fachlich versierten Leser als auch dem von Orgelbauthemen unberührten Gemeindemitglied ein interessantes Buch an die Hand zu geben, gelingt den Herausgebern und Autoren meisterlich. Vielleicht darf man sich zur Einweihung der Chororgel und der damit verbundenen Fertigstellung der Orgelanlage auf einen zweiten Band freuen?

Maximilian Pöllner

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