Die Wegscheider-Orgel in Stralsunds Sankt-Jakobi-Kirche — Radio-Sendung

Deutsch­land­funk, Dien­stag, 13. Okto­ber 2020, 22.05 Uhr, Musik­szene
Neuer Klang in der Wel­terbe-Stadt
Die Wegschei­der-Orgel in Stral­sunds Sankt-Jako­bi-Kirche
Von Klaus Gehrke
Die deutschen Hans­es­tädte an der Ost­see waren jahrhun­derte­lang nicht nur bedeu­tende Han­delsmetropolen, son­dern auch wichtige Zen­tren der Orgel­musik. Zahlre­iche Instru­mente vom 15. bis 19. Jahrhun­dert standen in den Kirchen von Lübeck bis Stral­sund. Während viele von ihnen, wie die berühmte Lübeck­er Toten­tanz-Orgel, den Zer­störun­gen des Zweit­en Weltkrieges zum Opfer fie­len, blieben die Instru­mente in Stral­sund im Wesentlichen erhal­ten. Lediglich die von Friedrich Albert Mehmel 1877 vol­len­dete große roman­tis­che Orgel in der Sankt-Jako­bi- Kirche war infolge eines Bomben­tr­e­f­fers beschädigt wor­den. Nach Ende des Krieges und zu DDR-Zeit­en, als das Gotte­shaus als städtis­ch­er Bauhof diente, wurde das Pfeifen­werk fast kom­plett geplün­dert und der Spieltisch demoliert. Noch bevor Stral­sund 2002 den UNESCO-Wel­terbe-Sta­tus erhielt, began­nen die Diskus­sio­nen um den fast leeren Prospekt in der Kirche. Mit­tler­weile hat der Dres­d­ner Orgel­bauer Kris­t­ian Wegschei­der darin ein neues Instru­ment errichtet, das im Sep­tem­ber 2020 fes­tlich eingewei­ht wurde. Ist es eine Ergänzung zu den his­torischen Orgeln der bei­den anderen Kirchen? Und was bedeutet es für die Orgel­stadt Stral­sund?